Vorgelegte Offerte "ein schlechter Witz"
Ärzte weiten Arbeitskampf aus

Nach einem ergebnislosen Sondierungsgespräch mit den Arbeitgebern will die Ärztegewerkschaft Marburger Bund ihre Streiks an den Unikliniken intensivieren.

HB BERLIN. „Es gab überhaupt keine Annäherung“, sagte Gewerkschaftssprecher Athanasios Drougias am Mittwochabend. Daher werde der Marburger Bund den Arbeitskampf in den nächsten Tagen und Wochen weiter verstärken. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) habe bei dem Treffen in Frankfurt kein neues Angebot in der Vergütungsfrage vorgelegt und keinerlei Entgegenkommen gezeigt. „Dies bringt die Ärzte noch mehr auf die Palme“, sagte Drougias. Zuvor war der seit zwei Wochen andauernde Streik auf 15 Standorte ausgeweitet worden.

Nach Angaben des Marburger Bundes legten am Mittwoch 3.500 Mediziner die Arbeit nieder, am Dienstag waren es rund 3000 gewesen. An den Universitätskliniken in Göttingen, Heidelberg, Freiburg, Ulm, Tübingen, Düsseldorf, Köln, Aachen, Würzburg und Erlangen sowie an fünf psychiatrischen Landeskrankenhäusern wurde ein Notdienst aufrechterhalten.

Schon vor der neuen Sondierungsrunde hatte der Marburger Bund betont, er erwarte von den Ländern ein deutlich besseres Angebot. Das Gespräch werde darüber entscheiden, ob die Streiks weiter gingen. Laut Drougias wurde kein neuer Termin für Gespräche vereinbart.

Die Gewerkschaft fordert für die 22.000 Ärzte ein um 30 Prozent höheres Grundgehalt, bessere Arbeitszeiten und einen arztspezifischen Tarifvertrag. Ein Sprecher bezeichnete die von der Länder-Tarifgemeinschaft vorgelegte Offerte als schlechten Witz, da es real ein Einkommensminus von vier Prozent bedeute.

Der Verhandlungsführer der Länder, Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring, hatte den Ärzten eine 48-Stunden-Woche angeboten. Dabei sollen statt wie bisher 38,5 Stunden künftig 40 Stunden reguläre Arbeitszeit sein und die darüber hinaus gehenden Stunden normal vergütet werden.

Am Donnerstag will der Marburger Bund seine Tarifverhandlungen für die 2.200 Ärzte des Berliner Universitätskrankenhauses Charite fortsetzen. Wie in der vergangenen Woche wollen sich nach Angaben mehrerer Verbände am 19. Mai erneut Ärzte aus der gesamten Bundesrepublik zu einer Großdemonstration in Berlin treffen.

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