"Vorschläge um Klassen besser": AOK begrüßt Gutachten der Gesundheitsweisen

"Vorschläge um Klassen besser"
AOK begrüßt Gutachten der Gesundheitsweisen

Der AOK-Bundesverband hat das am Montag vorgelegte Gutachten des Sachverständigenrats im Gesundheitswesen als eine „vernünftige Grundlage für eine sachliche Reformdiskussion“ gelobt.

HB/dpa BERLIN. Natürlich enthalte es „manche Giftzähne für Krankenkassen, Patienten und Versicherte“, sagte der Vorstandsvorsitzende Hans-Jürgen Ahrens der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (heutige Ausgabe), aber das Gesundheitswesen müsse grundlegend reformiert werden, um den Anstieg der Beitragssätze zu stoppen und umzukehren. Das sei ohne unpopuläre Maßnahmen nicht zu erreichen.

Auch über Leistungsausgrenzungen könne man grundsätzlich mit den Krankenkassen reden, meinte Ahrens. Zunächst sei aber zu prüfen, ob durch eine größere Zielgenauigkeit bei der Leistungserbringung nicht die notwendigen Einsparvolumina erbracht werden könnten. Wenn darüber hinaus über die Herausnahme von Unfällen nachgedacht werde, komme es darauf an, dies für die Versicherten sozial verträglich zu gestalten.

Insgesamt seien die Vorschläge der Sachverständigen „um Klassen besser“ als das, was bisher aus der Rürup-Kommission zur Reform der Sozialsysteme zu hören sei, da sie keinen Systemwechsel anstrebten. Ahrens begrüßte ausdrücklich, dass die Sachverständigen auf das Einfrieren des Arbeitgeberbeitrags, auf Kopfpauschalen statt der lohnbezogenen Beiträge und auf die Einführung einer kapitalgedeckten Pflichtversicherung verzichtet hätten.

Der Regierungsberater Karl Lauterbach, der sowohl Mitglied im Sachverständigenrat als auch in der Rürup-Kommission zur Reform der Sozialsysteme ist, zeigte sich in der N-TV-Sendung „Maischberger“ am Montagabend „überzeugt, dass 80 Prozent unserer Vorschläge von der Politik übernommen werden“.

Der Sachverständigenrat hatte in seinem Gutachten vorgeschlagen, Kassenpatienten sollten Privatunfälle und Zahnersatz selbst absichern, auf Miet- und Zinserträge Beiträge zahlen und für den Arztbesuch eine Praxisgebühr entrichten. Die sieben „Gesundheitsweisen“ wollen durch massive Einschnitte die Krankenkassen um insgesamt 40 Milliarden Euro entlasten und so den Beitragssatz von heute 14,4 auf 11,4 oder sogar 10,4 Prozent drücken.

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