Vorschlag der Arbeitgeber
Peters für Rückkehr zu alten Ost-Tarifverträgen

Die IG Metall will nach dem gescheiterten Streik in Ostdeutschland die im April gekündigten Tarifverträge wieder einsetzen und nicht mehr vorrangig mit Betrieben Einzellösungen aushandeln. Der IG-Metall-Vize Jürgen Peters erklärte am Mittwoch, er begrüße einen entsprechenden Vorschlag der ostdeutschen Arbeitgeberverbände.

Reuters FRANKFURT. Allerdings müsse der Flächentarifvertrag für die ostdeutsche Metall- und Elektrobranche weiterentwickelt werden, um in einzelnen Firmen eine Angleichung der Arbeitszeit von derzeit 38 Stunden auf das Westniveau von 35 Stunden einzuleiten.

„Wir sind für das Wiedereinsetzen der Tarifverträge einschließlich der Übernahmeregelungen für Ausgebildete und dem Anspruch auf Altersteilzeit“, erklärte Peters. Die Gewerkschaft setze sich allerdings weiter für eine Arbeitszeitverkürzung in Ostdeutschland ein. Die alten Tarifverträge sollten nicht nur wieder geschlossen, sondern auch weiter entwickelt werden.

Die IG Metall ziele weiter auf einen Flächentarifvertrag mit betrieblichen Optionen statt eine Erhöhung der Zahl der Haustarifverträge. „Mit Rücksicht auf die jeweilige betriebswirtschaftliche Situation müssen im Rahmen des Flächentarifvertrages einzelbetriebliche Regelungen zur schrittweisen Angleichung an den Westen ermöglicht werden“, sagte Peters. Wenn diese Option im Flächentarifvertrag weiter verweigert werde, müsse die IG Metall doch auf die einzelnen Unternehmen zugehen.

Die fünf regionalen Arbeitgeber-Präsidenten in Ostdeutschland hatten am Dienstag an die Gewerkschaft appelliert, zu den alten Tarifvereinbarungen zurückzukehren. Gesamtmetall-Chef Martin Kannegiesser hatte von einem Schwebezustand im Osten gesprochen, der schnell beendet werden müsse.

Die IG Metall hatte ihren Kampf für die Einführung der 35-Stunden-Woche in Ostdeutschland nach einem fast einmonatigen Streik Ende Juni aufgegeben und zunächst angekündigt, man werde jetzt auf betrieblicher Ebene Haustarifverträge durchsetzen. Dies war allerdings auch gewerkschaftsintern umstritten. Die Führung der IG Metall hatte sich nach dem Streikdebakel über die Frage der personellen Konsequenzen überworfen. Vize Peters, der Nachfolger des scheidenden IG-Metall-Chefs Klaus Zwickel werden will, lehnte eine Rücktritt und einen Verzicht auf die Kandidatur ab.

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