Vorschlag der Jungen Union: Wirbel auf Facebook um „Helmut-Kohl-Flughafen“

Vorschlag der Jungen Union
Wirbel auf Facebook um „Helmut-Kohl-Flughafen“

Die Junge Union Hessen fordert, den Frankfurter Flughafen in Helmut-Kohl-Flughafen umzubenennen. Handelsblatt-Facebook-User finden die Idee mehrheitlich gut. Die lokalen Jugendorganisationen anderer Parteien nicht.
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FrankfurtDer Landesvorsitzende der Jungen Union Hessen, Stefan Heck, ist deutlich: „Wir wollen, dass das Drehkreuz Europas den Namen Helmut Kohl trägt.“ Mit „Drehkreuz Europas“ meint er den Frankfurter Flughafen. Sein Landesverband hat zusammen mit der Jungen Union Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg die Forderung auf Facebook veröffentlicht. Das Handelsblatt-Social-Media-Team nahm das zum Anlass, seine Nutzer zu fragen: Gute Idee oder Unsinn? 30 Stunden nach Beginn der Umfrage lagen die Befürworter knapp mit 331 zu 320 Stimmen vorne.

Außerdem markierte das Social-Media-Team die bundesweiten Jugendorganisationen der anderen Parteien und fragte sie nach deren Meinung. Die Jungen Liberalen Frankfurt antworteten klipp und klar: „Wir lehnen das ab.“ Die „Partei Pinneberg“ schlug vor, dass man den Flughafen lieber in „Ikarus Flughafen Frankfurt“ umbenennen sollte, da Europa auch eine Erfindung der Griechen sei. Der Name Ikarus stammt aus der griechischen Mythologie: Der Legende nach floh er mit der Hilfe von Flügeln aus Wachs von einer Insel, kam aber der Sonne zu nahe und stürzte ins nach ihm benannte Ikarische Meer.

Auf Nachfrage äußerten sich auch die Frankfurter Ortsgruppen der anderen Parteijugend-Organisationen. Die Junge Union stellte sich hinter die Äußerung der Landesverbände und erklärte, Kohl sei „nicht nur Ehrenbürger Europas, sondern auch der Stadt Frankfurt“. Die Linksjugend Solid lehnte den Vorschlag ab und schlug stattdessen vor, die A3 in „Peter-Tauber-Allee“ umzubenennen, „falls die Umbenennung deutscher Straßen und Flughäfen nach Vorbildern der Kohl-Jugend zum neuen bundesdeutschen Trend wird.“

Die Grüne Jugend lieferte eine Reihe von Gegenvorschlägen: unter anderem „Joschka-Fischer-Flughafen“, „Olivia-Jones-Flughafen“ und „Karl-Marx-Flughafen“. Die Jusos hielten ebenfalls nichts von dem Vorstoß und teilten mit: „Seinen Namen durch eine Umbenennung des Flughafens in Verbindung zu einem Staatskonzern wie Fraport zu setzen, der zwangsprivatisierte griechische Flughäfen kauft – das passt weder zu seinem Image als Meisterprivatisierer der hocherfolgreichen und unumstrittenen Treuhand (Ironie) und noch viel weniger zum Europäer Kohl (keine Ironie).“

Nutzer Christian Basler kritisierte daraufhin die Äußerungen von Grüne Jugend und Linksjugend, da sie den Vorschlag – den er persönlich übertrieben finde – ins Lächerliche zögen.

Die Linksjugend antwortete darauf, dass man sich im Gegensatz zu den Jungen Liberalen mit dem Thema beschäftigt und nicht nur eine knappe Stellungnahme abgegeben habe. Zudem könnten sie sich mit den grünen Vorschlägen „Karl-Marx-Flughafen“ und „Känguru-Flughafen“ anfreunden.

Die Handelsblatt-Nutzer ließen indes ihrer Kreativität freien Lauf und machten ganz eigene Vorschläge:

Was sagen Sie? Teilen Sie uns Ihre Meinung unter dem Facebook-Post mit.

Steffen Daniel Meyer
Steffen Daniel Meyer
Handelsblatt Online / Social-Media-Redakteur

Kommentare zu " Vorschlag der Jungen Union: Wirbel auf Facebook um „Helmut-Kohl-Flughafen“"

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  • Sorry, aber Birne Kohl hat neben seinen Verdiensten für die Wiedervereinigung zu viel Dreck am Stecken, um Namenspatron für den wichtigsten deutschen Flughafen zu sein. Den BER-Flughafen könnte man meinetwegen nach ihm benennen.

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