Vorschlag zur Opel-Rettung
CSU-Forderung lässt BMW und Daimler kalt

Die CSU hat nach den Worten ihres Generalsekretärs Dobrindt den "richtigen" Weg für eine Rettung des Opel-Konzerns gefunden. Die deutschen Autohersteller sollen ran und ein Konzept zur Kooperation oder einer Übernahme der GM-Tochter vorlegen. BMW und Daimler können einem solchen Vorschlag nichts abgewinnen. Autoexperten sehen Opels Partner ohnehin eher im Ausland.

hz/tia/fbr HB BERLIN. In der "Bild"-Zeitung begründet CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt seinen Vorstoß mit den Worten: "Das ist der richtige Weg, um die deutschen Opel-Standorte mit ihren zigtausend Arbeitsplätzen zu sichern." Die deutschen Autohersteller hätten nun "die einmalige Gelegenheit, sich mit Opel im besonders zukunftsträchtigen Segment der Klein- und Mittelklassewagen breiter aufzustellen".

Der Generalsekretär forderte den krisengeschüttelten Mutterkonzern General Motors (GM) gleichzeitig auf, den Weg für einen Neuanfang des Rüsselsheimer Autobauers freizumachen. "Deutschland muss GM klarmachen, dass es Finanzhilfen vom Bund nur gibt, wenn im Gegenzug Opel aus dem GM-Konzern herausgelöst wird. Zu einem Neuanfang gehört auch, dass GM endlich seine konzerninternen Schulden von über eine Milliarde Euro bei Opel begleicht", sagte Dobrindt. Der Verband der Automobilindustrie (VDA), war zunächst nicht zu einer Stellungnahme zum Vorstoß des CSU-Funktionärs bereit.

Die beiden führenden deutschen Premiumhersteller BMW und Daimler haben nicht vor, an einer von CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt geforderten nationalen Rettungsaktion der Branche für Opel teilzunehmen. "Die BMW Group hat keinerlei Pläne oder Absichten, sich an Opel zu beteiligen", sagte ein Unternehmenssprecher in München. "Daimler hat kein Interesse an einer Übernahme von Opel, sagte auch ein Daimler-Sprecher in Stuttgart.

Sowohl BMW als auch Daimler kämpfen derzeit allerdings selbst mit massiven Problemen. Daimler legte in dieser Woche tiefrote Zahlen für das vierte Quartal des abgelaufenen Jahres vor und auch BMW, das am 18. März seine Ziffern vorlegt, kämpft seit einigen Monaten wie die meisten seiner Konkurrenten mit Absatzproblemen.

Der Industrie-Experte Rudolf Hickel, Direktor des Instituts für Arbeit und Wirtschaft (IAW) an der Universität Bremen, forderte derweil, dass die rund 26 000 Opel-Beschäftigten an der Rettung des Autobauers beteiligt werden sollen. "GM sollte Opel-Anteile an Bund und Länder abgeben, die Mitarbeiteraktien an die Belegschaft weiterreichen könnten. Dann wären die Beschäftigten in die Rettung einbezogen. Das schafft Zusammenhalt und zusätzliche Motivation," sagte der Wirtschaftswissenschaftler dem Blatt. Nach Informationen der Bild-Zeitung wird die Möglichkeit einer Mitarbeiterbeteiligung im Rahmen der Vorbereitung eines Sanierungskonzepts bereits im Konzern beraten.

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