Vorsitz der Euro-Gruppe
Steinbrück will Schäuble nicht auf dem Chefposten

Die Idee, Wolfgang Schäuble zum Chef der Euro-Gruppe zu machen, hält Peer Steinbrück für grundfalsch. Das habe allerdings mit Schäuble selbst nichts zu tun. Vielmehr solle Deutschland nicht den Schiedsrichter stellen.
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BerlinDer frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) ist dagegen, dass sein Nachfolger Wolfgang Schäuble (CDU) neuer Chef der Euro-Gruppe wird. „Ich halte das für einen Fehler“, sagte der mögliche SPD-Kanzlerkandidat der Deutschen Presse-Agentur. Er sei davon überzeugt, dass Deutschland „als größtes Schiff im Konvoi der Europäischen Währungsunion“ nicht in die Position eines Schiedsrichters innerhalb der Europäischen Union kommen sollte.

Der bisherige Euro-Gruppenchef, Luxemburgs Regierungschef und Finanzminister Jean-Claude Juncker, will sein Amt aufgeben - als möglicher Nachfolger gilt Schäuble. Der Euro-Gruppenchef muss in Zeiten der Eurokrise die Euro-Finanzminister koordinieren, daher gilt die Aufgabe als wichtiger, aber auch zeitintensiver Schlüsselposten.

„Dies würde ich einem Land überlassen, das erkennbar eher in der Lage ist, zwischen verschiedenen Interessen, insbesondere der größeren Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, zu vermitteln“, sagte Steinbrück. Es gehe dabei gar nicht um Schäuble, betonte der 65-Jährige. „Das würde auch für einen anderen Kandidaten Deutschlands gelten, von mir aus Herrn Müller-Lüdenscheid.“

FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle warb hingegen eindringlich für Schäuble. Dieser sei ein hervorragender Fachmann und ein herausragender Europäer, sagte er der Zeitung „Die Welt“ (Dienstag). „Er ist in ganz Europa hoch anerkannt.“ Und was die angebliche Ablehnung der Franzosen betreffe, werde man erst nach der Parlamentswahl am 17. Juni wissen, „was taktische Spielchen der Franzosen waren und was nicht“.

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„Es wird einsam um die Kanzlerin“

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  • Peinlich der Peer Steinbrück. Der europäische Gedanke ist, dass die Staatsbürgerschaft eben kein Kriterium für nichts mehr sein darf. Aber der Mann tritt alles mit Füssen, was er nur kann. Und seine Angriffe gegen die Schweiz sind umso peinlicher, als er als Abgeordneter die Hälfte seiner Bezüge steuerfrei bezieht. Legale Steuerhinterziehung. Und dann aber den Moralapostel spielen. Kein anderer Politiker ist so offensichtlich scheinheilig wie der Mann.

  • das ist kleinkarriert sowohl gegen über herrn sarrazin als auch gegenüber herrn steinbrück. beide thematisieren - sprechen zu den menschen. viele schweigen bequem. beide haben mehr niveaue und zivil courage als die bequemen sch...find ich.

  • Bald werden wieder mehr Soziopathische Personalfluktuationen geben.

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