Vorsitzender Richter betont Unabhängigkeit des Gerichtes
Neuer Prozess gegen Motassadeq in Hamburg eröffnet

Bei der Neuauflage des weltweit ersten Prozesses um die Anschläge vom 11. September 2001 hat die Bundesanwaltschaft ihre Vorwürfe gegen den angeklagten Mounir El Motassadeq erneuert. Vor dem Hamburger Oberlandesgericht (OLG) warf sie dem Marokkaner am Dienstag Komplizenschaft mit der Hamburger Terrorzelle um Mohammed Atta vor.

HB HAMBURG. Der 30-Jährige habe sich mit der Radikalisierung der Gruppe identifiziert und sei zum Terror bereit gewesen. Motassadeq muss sich wegen Beihilfe zum Mord in mehr als 3000 Fällen und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verantworten.

Der Vorsitzende Richter Ernst-Rainer Schudt betonte die Unabhängigkeit des Gerichts. Man werde sich weder von den Erwartungen der Öffentlichkeit noch von den Erwartungen des Auslandes beeinflussen lassen.

Unklar war zu Beginn des Prozesses, wie die US-Behörden auf ein Rechtshilfeersuchen aus Deutschland reagieren. Die Verteidigung hatte angekündigt, die Einstellung des Verfahrens zu beantragen. Mögliches Beweismaterial aus den USA - Aussagen der mutmaßlichen Drahtzieher Ramzi Binalshibh und Chalid Scheich Mohammed - seien in US-Gewahrsam unter Folter entstanden und damit nicht verwertbar. Motassadeq war im Februar 2003 zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hob den Schuldspruch wegen Mängeln in der Beweiswürdigung auf.

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