Vorsorgeuntersuchungen sparen Geld
Krankenkassen planen Bonusprogramme

Die Krankenkassen wollen ihren Versicherten Prämien und Rückerstattungen von Beiträgen anbieten, wenn sie sich gesundheitsbewusst verhalten: Bis zu 300 Euro jährlich.

HB BERLIN. Die Krankenkassen wollen laut einem Bericht der «Bild am Sonntag» den gesetzlich Versicherten umfangreiche Bonusprogramme anbieten. Wer sich gesundheitsbewusst verhält, solle Beitragsrückerstattungen und Prämien rechnen dürfen. In den nächsten Wochen würden die Versicherten in Briefen und Mitgliederzeitschriften darüber informiert, sagte Carel Mohn vom Bundesverband der Verbraucherzentralen der Zeitung. Das Blatt listete am Sonntag die wichtigste Modelle auf, die teilweise noch Bundesversicherungsamt genehmigt werden müssen.

Die AOK will im Bonusprogramm jährlich bis zu 300 Euro an die Versicherten ausschütten. Dafür müssen die Teilnehmer des Programms zur Vorsorge gehen (Zahnarzt, Frauenarzt, gynäkologische Krebsvorsorge, genereller Gesundheitscheck ab 35). Außerdem müssen sie ihre persönliche Fitness nachweisen: Etwa durch das Sportabzeichen oder einen wissenschaftlich anerkannten Fitnesstest. Im Erkrankungsfall sind bis zu 350 Euro selbst zu zahlen (Selbstbehalt).

Auch die Barmer Ersatzkasse plant einen Bonus für sportlich Aktive und alle, die im Krankheitsfall zuerst zum Hausarzt gehen. Außerdem sollen chronisch Kranke wie Diabetiker und Asthmatiker eine Belohnung erhalten, wenn sie an speziellen Behandlungsprogrammen teilnehmen. Unklar ist noch, ob es auch einen Selbstbehalttarif gibt.

Bei den Betriebskrankenkassen (BKK) werden Bonuspunkte für Früherkennung und das Hausarztmodell vergeben. Für die Punkte gibt es Sachprämien oder eine Beitragsrückerstattung bis 300 Euro. Betriebe können einen Bonus erhalten, wenn sie einen Gesundheitsbericht erstellen oder den Betriebssport und den Nichtraucherschutz ausweiten. Jede BKK muss noch entscheiden, ob sie das gesamte Programm übernimmt.

Die Deutsche Angestellten-Krankenkasse plant Bonuspunkte für Vorsorge und die Behandlung durch Ärzte-Netzwerke, in denen Allgemein- und Fachärzte zusammen arbeiten. Chronisch Kranke erhalten einen Bonus, wenn sie an einem Behandlungsprogramm teilnehmen. Für die Punkte gibt es Prämien oder die Befreiung von der geplanten Praxisgebühr oder von der Zuzahlung bei Medikamenten.

Die Techniker Krankenkasse bietet freiwillig Versicherten bereits einen Bonus von 240 Euro jährlich bei einem Selbstbehalt von 300 Euro an. Künftig soll alle Versicherte dreistufig belohnt werden. Die geringste Punktzahl gibt es für die Mitgliedschaft im Sportverein, eine höhere Zahl für Früherkennung, die höchste Zahl für Teilnahme an Präventionskursen. Die gesammelten Punkte werden als Sachprämien wie Wellness-Reisen oder Mountainbikes ausgezahlt.

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