Vorstandskrise Piraten in schwerem Fahrwasser

Zoff in der Parteispitze, dramatischer Einbruch bei den Umfragen – die Piraten stehen vor einem Scherbenhaufen. Im Mittelpunkt der Kritik: Geschäftsführer Ponader. Dieser hat jedoch seine ganz eigene Sicht der Dinge.
17 Kommentare
Piraten-Chef Schlömmer: „Meine Empfehlungen und Hinweise erreichen ihn nicht.“ Quelle: dapd

Piraten-Chef Schlömmer: „Meine Empfehlungen und Hinweise erreichen ihn nicht.“

(Foto: dapd)

BerlinIn der schweren Krise der Piratenpartei wächst der Druck auf den umstrittenen Politischen Geschäftsführer Johannes Ponader. Parteichef Bernd Schlömer sagte der „Bild am Sonntag“: „Ich führe Gespräche mit ihm, aber meine Empfehlungen und Hinweise erreichen ihn nicht.“ Auf die Frage, ob der Geschäftsführer zurücktreten müsse, sagte Schlömer: „Der Ball liegt im Feld von Johannes Ponader.“

Am Freitag hatte die Berlinerin Julia Schramm ihren sofortigen Rücktritt als Beisitzerin im Bundesvorstand erklärt. Auch der Baden-Württemberger Matthias Schrade kündigte seinen Rückzug aus dem Vorstand für Ende November an. Er übte heftige Kritik an Ponader, der mit eigenwilligen Fernsehauftritten viele in der Partei verärgert hat. Zuletzt war die Piratenpartei in Umfragen auf vier Prozent gestürzt.

Ponader selbst sieht seine Partei nicht in der Krise. „Wenn, dann ist das eine Krise des Vorstands“, sagte Ponader am Samstag der Nachrichtenagentur dpa. „Ich nehme die Kritik sehr ernst.“ Einen Rücktritt lehnt er aber ab. Zur Rolle des Parteivorsitzenden sagte Ponader, Schlömer werde seiner Verantwortung gerecht. „Jetzt muss der Fokus ganz klar auf der inhaltlichen Arbeit liegen“. Für den Bundesparteitag in Bochum lägen bereits 500 Anträge vor. Ob es dort auch zu Personaldebatten kommen werde, müsse die Basis entscheiden.

Nach Ansicht ihres stellvertretenden Bundesvorsitzenden Sebastian Nerz muss die Partei ihre Personalquerelen so rasch wie möglich beenden und zur inhaltlichen Arbeit zurückkehren. Als Schwerpunkte nannte Nerz die Themen Datenschutz, Sicherheitsgesetze und Bürgerrechte insgesamt. Die sinkenden Umfragewerte sehe er „mit einem weinenden Auge“, sagte Nerz der Nachrichtenagentur dpa.

Der Landesparteitag der Piraten in Niedersachsen lehnte am Samstag einstimmig den Antrag ab, Adolf Hitlers Buch „Mein Kampf“ zur Pflichtlektüre an Niedersachsens Schulen zu machen. Am Rande des Treffens in Celle äußerten sich mehrere Piraten empört über innerparteiliche Initiativen wie diese, die das Image der Partei schädigten: „Wir sind nicht bereit hinzunehmen, dass unsere Außendarstellung von einzelnen Spinnern geprägt wird“, sagte Landeschef Andreas Neugebauer.

  • dpa
Startseite

17 Kommentare zu "Vorstandskrise: Piraten in schwerem Fahrwasser"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Piraten, nach dem Einzug in Berlin und dann hier in NRW, waren in jeder Talkshow. Sie wurden hofiert, dass es schon komisch wurde.
    Das allein zeigte, dass man der Meinung war, sie sind eine stramm linke Partei und so genossen sie eben die Sympathie der Presse und Medien.
    Wehe, wehe, es wären Bürgerliche gewesen, die hätten sofort das Etikett rechtspopulistisch bekommen.
    Nun merkt man, dass die Piraten doch nicht immer so ganz stramm links sind und schon geht der Zorn los.

  • Casmaron
    so ist es
    Und bei uns sind diese "Personen" seit Jahrzehnten immer die selben
    Das allerdings unterscheidet uns ein bißchen von Amerika
    Wir sind ein Parteienstaat. Unsere Parteien haben sich unseren Staat untereinandr aufgeteilt und halten in fest im Griff.
    Fragt sich nur, wie lange das noch gut geht

  • Macht" ist, was man draus macht!

    Die Piraten lassen sich vorführen und demontieren. Die anderen Parteien haben ihre Freude dran und wenn wir ehrlich sind, tauchen sie in der Politischen Medienwelt so gut wie gar nicht auf, es sei denn, es sind Negativnachrichten.

    Statt zu lernen, zerfleischen sie sich jetzt und wundern sich, dass sie nicht mehr ernst genommen werden.

  • Das Beispiel Piratenpartei ist ein super Beispiel weshalb dieses Politiksystem zum Scheitern verurteilt ist. Es gibt wie in Amerika nur zwei relevante Richtungen, die sich auch nicht mehr groß voneinander unterscheiden: CDU/ FDP und SPD/Grüne. Alle anderen werden keine großen Chancen haben und sollen es auch nicht! Wir sollten uns mal die Frage stellen, wen oder was wählen wir eigentlich? Eigentlich nur Personen, die innerhalb Ihrer Partei aufgestiegen sind, die wahrscheinlich noch von "wirtschaftlichen Gönnern" gefördert wurden, sofern die "richtige" Einstellung vorhanden war. Die Piraten waren neu und gefährlich für dieses System. Schlechte Berichterstattung und innere Probleme haben den Aufschwung der Piraten schnell umgekehrt. Mir stellt sich die Frage, bekommt der Ponnader Geld für seine "Dienste gegen die Partei" Wundern würde mich es nicht. Schade drum, die Piraten sind gescheitert, ich hoffe trotzdem, es werden weiterhin junge Menschen versuchen Dinge auf politischem Wege zu ändern, denn die Alternative sehen wir in Griechenland.

  • ich halte diese Machenschaften um diese Piraten,
    in diesem einen Jahr, als ein von Außen durch dritte gesteuertes Manöver
    um den Unwillen bei den Bürgern in Bezug zu dieser demonstrierten Hilflosigkeit der Politik-Bruderschaft in Sachen EUR-EU-Zone und den wachsenden demokratischen Bewegungen
    die Fahrt zu nehmen.

    Die Piraten gabt es schon seit vielen Jahren,
    dieses künstliche Medien-Protege,
    dieses plötzliche in den Mittelpunkt der Schlagzeilen stellen, diente nichts anderem, als den anderen sich bildenden Gruppen, den Wind aus den Segeln zu nehmen, den Zulauf an Veränderung einfordernden Bürgern,
    auf diese Piraten um zu lenken.

    Die Geheimdienste munkelt man, wären beteiligt, da will ich zu relativieren, die Teile, die auch für die Machenschaften um diese NSU die Verantwortung tragen, sprich der MfS(Stasi) passen da in meine Analysen, auch in Bezug zu den Medien-Vorgaben und in der Gegnerschaft zu Liberalen Bestrebungen erst recht.

    Ich erinnere den unsäglichen Mitgliederentscheid bei der FDP, die als einzige Partei überhaupt die Möglichkeit der Einflussnahme durch die Mitglieder vorsieht, dem tage zuvor, trotz seiner Machenschaften um Wahlscheine/Umschläge, bereits siegessicheren Vorsitzenden Rösler, die schweren Verwerfungen und den Rücktritt eines Lindner, im dem Verlauf.
    Können auch nur gleichwertige Manöver einen solchen Hintergrund zulassen.

    Der Vorlauf zur Gruppierung BundesPiraten lief in Neu Münster wie man hört, wo ernstzunehmende Konkurrenten, mit Bühnen tauglichen Nazi bashing diskreditiert wurden, um sich als wählbare BundesPiraten so in den Vordergrund zu spielen und Gespräch zu bleiben.

    Das soll hier aber nicht bedeuten,
    das in den Landesverbänden organisierte Piraten, nicht tiefsten Herzen Piraten sind, und an der Politik dieses Landes Veränderungen einfordern wollen. Es bleibt aber die Frage,
    wie weit werden diese Gruppen gezielt behindert, in den Minimalismus abgedrängt, in unsägliche Diskussionen durch „Mitglieder“ in ihrer Mitte?

  • ...der grenzdebile Ösi bellt wieder weit draußen am Zaun..."Damit wir uns verstehen..." so redet der Pfuscher am Bau "au".

  • War da nicht was mit Ostpreussen, pardon, der "Tschechei"!
    (das ist da wo das gute H(artz)IV-Frei-Bier (R)TM herkommt)

    https://www.piratenfraktion-berlin.de/tag/lustreise/

    "Während der Besetzung von 1939 bis 1945 arbeitete die Rüstungsindustrie in Pilsen für das Deutsche Reich."


    http://de.wikipedia.org/wiki/Plze%C5%88#Industriezeitalter

    http://www.daserste.de/sudetendeutsche/allround_dyn~uid,6cy9j1qetg3taywo~cm.asp

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article10693528/Bayernkurier-bewirbt-Reise-ins-besetzte-Ostpreussen.html

  • @rüdiger_kalupner

    Ponader ist schon alles geworden was er jemals werden kann, ein Volltrottel vor dem Herrn.
    Akademisch betrachtet ist es natürlich interessant was alles in einem "systemic Meltdown" möglich ist. Allerdings spielen das Typen wie Ponader, die genau so unreflektiert Teil des Systems sind wie ein, sagen wir mal, Guido Westerwelle oder Wolfgang Schäuble oder kurt Beck, einfach keine Rolle mehr.

  • Wenn ein bisher erfolgreiches Gesellschaftssystem in seiner Absturzkrise gelandet ist, dann kann ein einziger Systemdurchblicker am Geniepunkt das Ende des Systems anstoßen. Sie Lybien 2011 und die arabische Revolution.

    Herr Ponader und die Piraten könnten diese Rolles spielen. Einer der Spitzenleute müßte nur in die Epochenwechsel-Rolle eintreten. Ponader könnte es werden. Die neue Ordnung des KREATIVEN Evolutionspfades und ihr Durchsetzungs- und Erneuerungspotenzial wartet ante portas. Angela Merkel hat das Wissen auch drauf. Aber sie kann nicht anfangen.

  • Wäre Margot Hónecker auf Vorschlag der Piraten hin Bundespräsidentin geworden wäre das nicht passiert!

    http://www10.pic-upload.de/27.10.12/i8bnko6ytu7j.jpg

    Deshalb _orst!

    http://central.banktunnel.eu/dieneuenleiden.jpg
    http://www.horstschlaemmer.tv/horst.php
    http://www.openstreetmap.org/?lat=50.0645&lon=8.7261&zoom=13&layers=M

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%