Vorstoß von Arbeitsminister Scholz
Praktikanten sollen angemessen entlohnt werden

Für viele Berufseinsteiger beginnt die Laufbahn mit einem Praktikum . Oftmals müssen Praktikanten dabei auf eine angemessene Bezahlung verzichten – oder gehen sogar leer aus. Diese Unverhältnismäßigkeit beschäftigt nun sogar ein Bundesministerium.

HB BERLIN. Bundesarbeitsminister Olaf Scholz will Praktikanten mit abgeschlossener Berufsausbildung zu einer angemessenen Bezahlung verhelfen. Dies wolle er durch eine Klarstellung im Bürgerlichen Gesetzbuch erreichen, kündigte er am Dienstag in Berlin an. Eine Vorschrift des Berufsbildungsgesetzes zur angemessenen Vergütung von Praktikanten werde oft unterlaufen, häufig aus Unkenntnis.

Der SPD-Politiker verwies in diesem Zusammenhang auf eine Studie im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), für die mehr als 2 000 junge Menschen zwischen 18 und 34 Jahren befragt wurden. Obwohl sie alle eine Ausbildung absolviert hatten, erhielten 51 Prozent von ihnen freiwillige Praktika gar nicht vergütet, bei zwölf Prozent war die Vergütung unangemessen und bei nur 37 Prozent angemessen.

Neben der Klarstellung im Arbeitsrecht will Scholz zudem, eine schriftliche Vereinbarung für Praktika zur Pflicht machen, die dem Erwerb beruflicher Kenntnisse dienen. Darin solle festgelegt werden, um welche angestrebten Kenntnisse es gehe.

„Praktika sind sinnvoll, aber es gibt Missbrauch, und dagegen muss man etwas Sinnvolles tun“, sagte Scholz. Gefragt seien „smarte Eingriffe“ und kein Umbau des gesamten Arbeitsrechts. Für sein Vorhaben rechne er mit breiter Unterstützung in der Koalition. Ein Verbot von Praktika oder einen Mindestlohn in diesem Bereich plant der SPD-Politiker nach eigenen Worten nicht.

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