Vorwürfe an die FDP

Schröder lässt ihre Flexi-Quote fallen

Die Familienministerin hatte vorgeschlagen, den Frauenanteil in Vorständen und Aufsichtsräten mittels einer Selbstverpflichtung der Unternehmen zu erhöhen. Jetzt rudert Schröder zurück - weil die FDP nicht mitzieht.
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Bundesfamilienministerin Kristina Schroeder (CDU). Quelle: dapd

Bundesfamilienministerin Kristina Schroeder (CDU).

(Foto: dapd)

BerlinFamilienministerin Kristina Schröder sieht vor der Bundestagswahl keine Chance mehr, ihre umstrittene Flexi-Quote für Frauen in Führungspositionen per Gesetz festzuschreiben. Die CDU-Politikerin machte dafür in einem am Donnerstag verbreiteten Interview der Nachrichtenagentur Reuters den Koalitionspartner FDP verantwortlich. "Die FDP sagt, sie ist nicht bereit, einen gesetzlichen Weg zu gehen", sagte Schröder. Der Koalitionsausschuss der Spitzen von CDU, CSU und FDP habe sich da eindeutig positioniert. Sie werde weiter für ihre Überzeugung kämpfen. "Dann muss die Flexi-Quote eben im Wahlprogramm der Union stehen, damit deutlich wird, dass das der Weg ist, den wir in Zukunft gehen wollen", sagte die Ministerin.

Schröder hatte vor eineinhalb Jahren einen Stufenplan vorgeschlagen, um durch eine Selbstverpflichtung der Unternehmen den Frauenanteil in Vorständen und Aufsichtsräten zu erhöhen. Wenn die Unternehmen bis zum damals gewählten Stichtag 30. Juni 2013 den Frauenanteil in beiden Gremien nicht verdreifacht hätten, sollte eine "gesetzliche Pflicht zur Selbstverpflichtung" greifen, mit der sich Unternehmen eigene Frauenquoten setzen. Werden die selbst gesteckten Ziele verfehlt, sollten Sanktionen greifen.

Die 30 im Börsenindex Dax notierten Unternehmen veröffentlichen daraufhin im vorigen Herbst eigene Ziele, die sehr unterschiedlich ausfielen. Schlusslicht Volkswagen etwa will den Frauenanteil von 4,3 Prozent in der oberen Führungsebene bis 2020 auf elf Prozent erhöhen. Adidas, wo Frauen 26 Prozent der Führungspositionen besetzen, will den Anteil bis 2015 auf 35 Prozent steigern.

Schröder gegen Vorgaben aus Brüssel
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27 Kommentare zu "Vorwürfe an die FDP: Schröder scheitert mit ihrer Frauen-Flexi-Quote"

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  • Ja, samenspender vertritt die Meinung, die sich Frau von der Leyen und alle anderen, die genau wissen, was "moderne" Männer heute wollen, gerne wünschen. Also eine "politisch korrekte" Sichtweise. Jeder Mann, der diese radikalfeministischen Parolen nachäfft, wird sich ggf. noch wundern, wie ihm ganz langsam das Fell über die Ohren gezogen wird.
    Ich sage: Stop mit der poltischen Spaltung der Geschlechter und Ende mit dieser gegen Frauen und Familien gerichteten falschen, schlimmen, ja irren, Vorgehensweise, die nicht als Unmut schafft. Nutzen=NULL.

  • Sie irren sich: Gott bestimmt, nicht der Mann und nicht die Frau. Der Mensch (=die "Politikerinnen") ist mit der Rolle des Geschöpfs nicht mehr zufrieden und meint selbst Schöpfer (=Gott) spielen zu müssen - das wird schiefgehen, genauso wie alle totalitären Utopien des letzten Jahrhunders gescheitert sind.
    Sie gehören - wenn Sie erlauben - leider zu der Gruppe von Menschen, die die Folgen des ganzen Themas nicht antizpieren können, sondern ERLEBEN müssen, wie unsere Gesellschaft an die Wand fährt. Schade, sorry.

  • Sind netshadow und samenspender Seelenverwandte?

  • @ASche
    Dieses Denken ist selbst für Konservative unerträglich. Binden Sie Ihre Gemahlin nachts im Keller an die Heizung? Solche Äußerungen und Ansichten beschämen die männliche Zunft. @samenspender Sie vertreten die Ansichten vieler Männer. GOTTSEIDANK :-).....

  • LOL
    "Die Lebensaufgabe der Frau besteht nicht darin, in Organisationen und auch sonstwo Männern vorgesetzt zu werden und diesen Aufträge zu erteilen. "
    Was die "Lebensaufgabe" der Frau ist, bestimmen natürlich Gott und der Mann!
    Frau selbst hat da am besten nichts zu sagen *g*

  • @ASche
    Es immer so eine Sache mit GLAUBEN oder WISSEN. Einigen wir uns doch darauf, Sie glauben zu wissen und liegen trotzdem falsch :-).

  • Liebe Freundin, das weibliche Harmoniebedürfnis, von dem Sie schreiben ist - Gott sei Dank - im Gehirn der Frau encodiert und entspricht ihrem Wesen, das sie von Gott her im Herzen empfangen hat. Die Lebensaufgabe der Frau besteht nicht darin, in Organisationen und auch sonstwo Männern vorgesetzt zu werden und diesen Aufträge zu erteilen.

    Die sog. "Autoritätsprobleme" auf Seiten der Männer, die Sie ansprechen, sind ebenfalls genetisch encodiert, weshalb es bei Fortführung dieser "Politik" auf beiden Seiten der Geschlechter zu einem Anstieg der psychischen und psychiatrischen Erkrankungen kommen dürfte - dies ist übrigens ebenfalls politisch gewollt, da die Pharmaindustrie wachsende Abstzmärkte benötigt. Sie sehen: es geht nur um Geld!

    Daß Frauen in puncto Qualifikation Männern überlegen seien, haben Sie sicher der Systempresse und den GEZ-Medien entnommen, nicht wahr?

  • @Alfred01
    ....Ihre hochintelligenten , weiblichen Bekannten haben ganz einfach erkannt, das sie trotz ihrer Qualifikation, ihres Wissens, ihres Einsatzes weniger verdienen, dafür mehr arbeiten müssen (nicht weil sie langsamer wären, nein, der Arbeitsumfang ist bei weitem aufgeblähter. Aus Absicht?). Außerdem haben männliche Untergebene nach wie vor Autoritätsprobleme. Vielleicht überstrahlt der männliche Glanz den des weiblichen Abglanzes? :-) Nein, ginge es nach Qualifikation, so sind uns Frauen längst überlegen. Den Frauen steht nur noch ihr "Harmoniebedürfnis" im Wege. Aber Männer, wenn Frauen dieses "Problem" in den Griff bekommen haben, dann Gnade Euch Gott.

  • "Wer will und die dafür notwendigen Qualifikationen mitbringt, kann es auch schaffen. Viele wollen vermutlich einfach nicht."
    Wenn es tatsächlich so wäre, brauchte man sich um diese vermaledeiten Quoten keine Gedanken machen.
    Wenn es tatsächlich immer schon so gewesen wäre, müßte das nicht ausdrücklich im GG vermerkt sein.
    Wenn es tatsächlich so wäre, müßte man sich um Kindergartenplätze nicht streiten, und sogar um Kitaplätze.
    Wenn es tatsächlich so wäre, warum sind dann die meisten 400€ Jobs von Frauen belegt? Die dann damit auch kaum einen Zugang zur Rentenversicherung haben, sondern auf eine Witwenrente "spekulieren" müssen.
    Es gibt genauso wie bei den Männern, Zugangsbeschränkungen zum Arbeitsmarkt, der allein dadurch bedingt ist, das man Kinder erziehen will, oder muß. Auch ein alleinstehender Mann braucht dann eine Kinderaufsicht und eine "Putzfrau". Der kann diese sich aber eher leisten, als eine Frau weil Frauen eben immer noch weniger verdienen, bei gleicher Arbeit. Interessant das es so wenig Putzmänner gibt, da hat die Schaffung des Ausbildungsberufs Gebäudereiniger auch nichts genützt.
    Erst wenn Familie und Kindererziehung und Arbeit wirklich den gleichen gesellschaftlichen Stellenwert haben, kann die Aussage "die wollen nur nicht", aus meiner Sicht eine Berechtigung haben.

  • @mary1401
    Sie sprechen da einen nicht uninteressanten Aspekt. Ich habe bisher die Erfahrung gemacht - ohne wissenschaftlichen Anspruch - das die Frauen in unserer Bekanntschaft eine Quote generell ablehnen. Meine eigene werte Gemahlin sagt, sie könne diesen Quatsch nicht mehr hören. Aus meinem früheren beruflichen Umfeld kenne ich alleine zwei Beispiele, in denen hochintelligente Frauen ihre Führungspositionen aufgegeben haben, weil sie sich überfordert fühlten. Ich betone nochmals, dass ich nicht verallgemeiner will - aber Gedanken sollte man sich darüber machen dürfen.

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