Vorwürfe an Gewerkschaften
Metallarbeitgeber gehen ohne Angebot in Tarifrunde

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall geht ohne Angebot an die Gewerkschaften in die neue Tarifrunde. Stattdessen soll die Arbeitsplatzsicherung in den Mittelpunkt gestellt werden.

BERLIN. „Arbeit in Deutschland halten“, sei das Motto der Tarifrunde, sagte Gesamtmetall Präsident Martin Kannegiesser. Die Verband werde mit keinem Angebot auf die Forderung der IG-Metall von bis zu fünf Prozent mehr Lohn für die rund 3,4 Millionen Beschäftigten der Branche reagieren. „Eigentlich ist es nicht sinnvoll, sich mit Forderung und Gegenforderungen zu traktieren“, sagte Kannegiesser.

Auch die 1,2 Prozent Gestaltungsspielraum, die der Verband genannt hatte, seien keinesfalls als Angebot zu verstehen. Dies müsse nicht in alles in Löhne fließen. Die Firmen erwarteten dies auch von seinem Verband. Auch IG-Metall-Chef Jürgen Peters verwies auf diese Erwartungshaltung der Unternehmen und nannte die im Februar beginnende Tarifrunde daher unkalkulierbar. „Es ist möglich, dass die Erwartungshaltung der Firmen in diese Richtung so groß ist, dass das nur im Konflikt lösbar ist“, sagte er der Zeitung „Die Welt“.

"Ein Viertel der Firmen schreibt Verluste"

Kannegiesser hingegen betonte, er wolle mit den Gewerkschaften über die Frage reden: „Wie sorgen wir für eine kostenneutrale Lohnentwicklung?“ Er bestätigte Bestrebungen des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA), auch über längere Arbeitszeiten zu reden. Es müsse vor allem aber um Anreize für die Betriebe gehen, Arbeitsplätze aufzubauen.

Der Verbandspräsident verwies darauf, dass nur noch 40 Prozent der Produkte der Branche in Deutschland abgesetzt würden. Es gebe mittlerweile 31 Sparten, in denen die Abwanderung insgesamt ins Ausland zu befürchten sei. Ein Viertel der Firmen des Verbandes schriebt Verluste. Insgesamt werde die Branche aber ein Wachstum von rund vier Prozent in diesem Jahr zu verzeichnen haben.

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