Vorwürfe an Künast
Bauernpräsident will eine „Bauernbefreiung“

Bauernpräsident Gerd Sonnleitner wittert Morgenluft: Er warf Landwirtschaftsministerin Renate Künast (Grüne) vor, sie bediene ihre wohlhabende Klientel in Städten und profiliere sich auf Kosten traditioneller Bauern. Das Ministerium reagierte umgehend.

HB MÜNCHEN. Die deutschen Bauern erhoffen sich vom möglichen Ende der rot-grünen Bundesregierung einen Richtungswechsel in der Agrarpolitik. "Nach den Bundestagswahlen erwarte ich eine neue Form der Bauernbefreiung", sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, dem "Focus". Matthias Berninger (Grüne), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium, bezeichnete den Bauernpräsidenten im Gegenzug als "kalten Krieger der Agrarpolitik".

Sonnleitner warf Landwirtschaftsministerin Renate Künast (Grüne) vor, sie bediene ihre wohlhabende Klientel in Städten und profiliere sich auf Kosten traditioneller Bauern mit Parolen wie "Bio ist gut und herkömmliche Landwirtschaft schlecht". Vor dem Bauerntag Mitte Juni in Rostock forderte der Bauernpräsident: "Die nationalen Sonderwege im Verbraucher-, Tier- und Umweltschutz müssen korrigiert werden." Änderungen erwarte er etwa bei Regelungen zur Käfighaltung von Hühnern oder der Gentechnik in der Landwirtschaft.

Berninger wies Sonnleitners Äußerungen als "groben Unsinn" zurück. Mit einem Kurswechsel beispielsweise in der Gentechnik befreie er nicht die Bauern, sondern führe sie "unter das Joch der Agrarindustrie" und handele völlig konträr zu den Interessen der Käufer landwirtschaftlicher Produkte. Der Kampf für gesunde Lebensmittel nutze allen, insbesondere den Kindern. Die Bauernbefreiung bezeichnet die allmähliche Auflösung der persönlichen Verpflichtungen von Bauern gegenüber ihren Grundherren im 18. und 19. Jahrhundert.

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