Vorwürfe gegen Geldhäuser

Zuspruch für Gabriels Anti-Banken-Papier

Sigmar Gabriel hat in seiner Partei Zustimmung zu seinem Anti-Banken-Thesenpapier erhalten. In dem Schreiben auf der Internetseite seiner Partei hatte der SPD-Chef schwere Vorwürfe gegen die Finanzindustrie erhoben.
16 Kommentare
Der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel. Quelle: dapd

Der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel.

(Foto: dapd)

BerlinSPD-Fraktionsvize Joachim Poß verteidigte Gabriels Vorstoß. „Es ist eine prägnante Zusammenfassung, die die Enttäuschung vieler an der Finanzindustrie ausdrückt“, sagte Poß dem Handelsblatt. In bestimmten Führungsetagen herrsche weiterhin Ignoranz und eine vorkrisliche Mentalität. Es die Aufgabe des SPD-Vorsitzenden, „Positionslichter für die Partei zu setzen“, so der SPD-Finanzexperte. 

Gabriel hatte am Wochenende auf der Internetseite der SPD ein Thesenpapier präsentiert. Darin erhebt er schwere Vorwürfe gegen die Finanzindustrie: Banken erpressten die Staaten, „bestellten“ nach riskanten Geschäften gewaltige Rettungspakete, zockten ihre Kunden ab und leisteten Beihilfe zur Steuerkriminalität.

Gabriels Thesenpapier zeige den notwendigen Handlungs- und Umsteuerungsbedarf auf, meinte der Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises in der SPD, Johannes Kahrs. Gesellschaft und der Staat müssten die „hemmungslose Selbstbedienungsmentalität einiger bekämpfen“, sagte der SPD-Haushaltsexperte dem Handelsblatt. Er betonte jedoch: „Es geht hier nicht um Wahlkampf gegen Banken, es geht hier darum Fehlentwicklungen zu korrigieren.“

  • hea
Startseite

16 Kommentare zu "Vorwürfe gegen Geldhäuser: Zuspruch für Gabriels Anti-Banken-Papier"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ausgezeichnet, hätte ich nicht besser sagen können. Schade nur, dass man sich gegen diese Blödmänner nicht durchsetzen kann.

  • Gabriel hat den Wahlkampf begonnen.
    Allerdings so heuchlerisch, dass einem schlecht wird
    Die SPD war doch bei Rettungen immer noch ein wenig schlimmer als Merkel
    Wenn es nach der SPD und den Grünen gegangen wäre bei den vielen Rettungen, hätten wir heute schon keinen einzigen Euro mehr.
    Also was soll jetzt das?
    Merkt Gabriel noch was?
    Wer hat denn den Finanzmärkten, Hedge Fonds usw. Tür und Tor geöffnet?
    Das war die SPD unter Schröder

  • Perfekte Analyse. Stopploss für unser Land, Für Trader lebenswichtig. Sie muss auch nicht NordEuro heissen, die D-Mark. Währungsbänder in Europa genügen!

  • Fraglich, was Herr Gabriel mit diesem Interview bezweckt...... Es fällt mir nichts ein, so kann er und die SPD nur weiter verlieren... dasselbe Interview in der Praline oder Micky Maus hätte sicher besseren Platz....

  • Die SPD ist wirklich nur noch eine Lachnummer. Ist es Dummheit, erst der Bankenrettung zustimmen, und dann auf die Banken losgehen, oder die frechste Volksverdummung die je versucht wurde. Wer das noch fuer glaubwuerdig haelt, ist so dumm wie die SPD. Was sind das fuer Abhaengigkeiten, das die SPD der 100.000 Gedaechtnisluecke Schaeuble und Merkel hinterherlaeuft wie ein raeudiger Koeter anstatt mit den Linken zu stimmen, die zumindest in der Ablehnung der Europolitik absolut richtig liegt. Die Linken koennten behaupten, die Erde sei rund, die SPD wuerde dem widersprechen, denn was die Linke sagt, das kann nicht richtig sein. Eines muss man fast schon mit Hochachtung anmerken, bis auf die Linke hat Merkel alle Parteien der Laecherlichkeit preis gegeben, die SPD wie die Gruenen in ihrer Euroverblendung nur noch Lachnummern.

  • Mit dieser Argumentation wäre erklärlich, weshalb die Staaten und hier namentlich die Bundesrepublik von den Banken erpressbar sind.

    Zumindest sind damit schon einmal die hohen Zustimmungsraten zu ESM und Fiskalpakt erklärbar.

    Ob wirklich klar ist, dass hier staatlicherseits nachgeholfen wurde, sollte zwingend auf Stichhaltigkeit geprüft werden. Es erscheint sinnvoll, die Rolle der BAFin gleich mitzuuntersuchen und zu klären, seit wann ihr bekannt ist, dass Staatsanleihen kein Nullrisiko darstellen und dennoch keine Eigenkapitalunterlegung gefordert wurde.

    Und das Bundesverfassungsgericht hat dann noch etwas ganz anderes zu prüfen.

  • Die Banken, und übrigens auch Fonds und Versicherungen (= Private Lebensversicherungen)- meiner Meining nach der wahre Grund für die Euro Rettung, da man sonst den LV Sparern hätte beibringen müssen, dass Ihre Altersvorsorge wertlos geworden ist - waren ja nur die Finanzierer des Konsums der Südländer nach der EURO Einführung. Dies war gewünscht (z.B. da für Staatsanleihen kein EK vorgehalten werden musste) und ausserdem hat man den Staaten mit der Aufnahme in die Euro Gruppe eine gewisse Bonität verliehen (man dachte ja irrtümlicherweise die Reife für eine Euromitgliedschaft wäre von irgendwem geprüft worden). Nur seit 2007 finanziert nur noch die Euro-Gruppe, die EZB oder die Zentralbanken der Nordländer (via Target Salden) die Südländer. Somit kann man den Banken für die letzten fünf Jahre gar keine Vorwürfe mehr machen. Wogl aber den Eurorettern die immer mehr Geld dort hineingepumpt haben und noch werden, weill sie sich das scheitern dieses Projektes einfich nicht eingestehen können oder wollen.
    Jetzt auf den Banken rumzuhacken - zumal die in Deutschland nie das grosse Problem waren und wenn dann waren es ohnehin staatliche Banken - ist ein reines Ablenkungsmanöver der politischen Klasse).

  • Lustig - erst dem ESM zustimmen - und dann gegen die Banken wettern.
    Nachdem der ESM unkündbar ist kann man ja bequem wettern, ändern geht ja nicht mehr :-)

  • Ich stimme Ihnen zu. Nur i.S. Fehlkonstruktion des Euro teile ich Ihre Meinung nicht vollends.

    Ich bin dagegen der Ansicht, dass das Scheitern des Euros im Wesentlichen darin begründet ist, dass die handelnden Personen fest geglaubt haben, der Euro sei ein Geschenk Gottes, ein Selbstläufer. Sie hatten nur Wahlkampf, Einschaltquoten im Kopf und von der Sache überhaupt keine Ahnung haben. Gegenüber kompetenten Personen haben sie sich beratungsresistent gezeigt. Ihre Freunde waren die Lobbyisten, für die sie sogar die Geburtstagsparty schmissen. Sie haben mehr auf Lobbyisten gehört, die nur die Umleitung der Steuergelder im Kopf hatten. Steuergelder haben sie in die eigene Tasche umgeleitet, dieses korrupte Pack.

    Raus geschmissen fehlen sie, geröttget! Andere raus schmeißen und selbst am Stuhl kleben. So kennen wir sie.

    Wer den Euro retten will, muss sie allesamt raus schmeißen!

  • http://www.chilloutzone.net/video/finanzblase-anschaulich-erklaert.html
    Besser läßt sich´s nicht erklären.
    Die SPD ist nichts anderes als ein Anhängsel der Merkel´schen Bankster-dauer-rettung. Gabriels Vorstoß ist pure Heuchelei.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%