Vorwürfe von Forschungsinstitut
Experten: Arbeitsmarktstatistik wird geschönt

Kurz vor Bekanntgabe der neuen Arbeitslosenzahlen hat der Chef des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Joachim Möller, der großen Koalition vorgeworfen, die Daten künstlich niedrig zu rechnen.

HB MÜNCHEN. „Da wird in der Tat an der Statistik-Schraube gedreht“, sagte Möller der „Süddeutschen Zeitung“. Nach der offiziellen Statistik waren im April 3,4 Millionen Menschen arbeitslos.

Möller sagte, zähle man alles zusammen, „kommt man in Deutschland auf gut fünf Millionen Menschen, die gerne arbeiten würden“. Die neue Statistik wird am Donnerstag veröffentlicht.

Möller sprach von einer „stillen Reserve“ von 625 000 Menschen, die sich wegen ihrer schlechten Vermittlungschancen gar nicht erst bei den Arbeitsagenturen melden. Hinzu kämen etwa eine Million Menschen, die nicht als arbeitslos gezählt werden – etwa, weil sie als Ein-Euro-Jobber arbeiten, in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen stecken oder staatlich gefördert frühverrentet wurden.

Möller kritisierte, dass wechselnde Regierungen seit Jahrzehnten an der Statistik gedreht hätten. Die große Koalition beispielsweise habe es versäumt, die Frühverrentungs-Regelungen abzuschaffen.

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