Vorwurf unerlaubter Wahlkampffinanzierung
Bundesrechnungshof rügt Parteien

Der Rechnungshof beanstandet die Ausgaben der Fraktionen: Es bestehe der Verdacht, dass die Parteien das Geld für Wahlkampfzwecke verwendet haben, heißt es in einem Bericht. Dabei fallen insbesondere Werbebroschüren auf.
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Hamburg/BerlinDer Bundesrechnungshof hat nach einem Medienbericht in Dutzenden Fällen fragwürdige PR-Maßnahmen der Bundestagsfraktionen kritisiert. Insgesamt hätten die Prüfer im Zeitraum von 1999 bis 2006 in 67 Fällen Ausgaben der Fraktionen beanstandet, zitiert „Der Spiegel“ aus einem Bericht des Bundesrechnungshofes. Es gehe dabei um den Verdacht unerlaubter Partei- oder Wahlkampffinanzierung.

Angeführt werde die Mängelliste von der SPD-Fraktion mit 28 Fällen, gefolgt von CDU/CSU (16 Fälle), Bündnis 90/Die Grünen (13 Fälle) und der FDP (10 Fälle).

Die Fraktion der Linken sei nicht kontrolliert worden, weil die Partei im Prüfzeitraum nicht durchgängig in Fraktionsstärke im Bundestag vertreten war. Die Bundestagsfraktionen von Union, SPD und Grünen hätten den Vorwurf der illegalen Parteienfinanzierung auf „Spiegel“-Anfrage zurückgewiesen.

Das Abgeordnetengesetz untersagt den Fraktionen, ihnen zustehende Gelder aus dem Bundeshaushalt für Parteiaufgaben zu verwenden. Bei seinen Überprüfungen sei der Rechnungshof auf Belege gestoßen, wonach „Anzeigen ausdrücklich im Zusammenhang mit der bevorstehenden Wahl geschaltet wurden“.

Broschüren in hoher Druckauflage sprächen „für die Verwendung als Wahlkampfmaterial“, heiße es in einem anderen Fall. Zudem habe sich bei manchen Veranstaltungen deutlich gezeigt, „dass sie als Wahlkampfunterstützung wirken und auch gedacht sind“. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) lasse derzeit prüfen, ob die Fraktionen ihre Parteien mit verbotenen Spenden versorgten.

Nach Informationen des Magazins lässt Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) derzeit prüfen, ob die Fraktionen ihre Parteien dabei mit unerlaubten Spenden versorgten.

Der Rechnungshof untersuchte in dem Bericht die Haushaltsjahre 1999 bis 2006; im Jahr 2013 schloss er die erste umfassende Prüfung der Öffentlichkeitsarbeit der Bundestagsfraktionen ab. Die Fraktionen von Union, SPD und Grünen wiesen den Vorwurf der illegalen Parteienfinanzierung gegenüber dem „Spiegel“ zurück.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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