Vorwurf: Vorbeugung vernachlässigt
Umweltpolitiker kritisieren Hochwasserschutz

Angesichts der Ausmaße des Elbe-Hochwassers haben Umweltverbände und Politiker die Hochwasserschutzpolitik der Länder kritisiert.

HB BERLIN. „Aus der Flut 2002 ist zu wenig gelernt worden. Deiche wurden saniert, doch kaum vorbeugende Maßnahmen getroffen“, sagte die Hochwasser-Expertin des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), Doris Eberhardt, der „Welt am Sonntag“. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundes-Umweltministerium, Michael Müller, kritisierte, die Länder hätten 2004 in den Verhandlungen zum Hochwasserschutzgesetz den vorgesehenen vorbeugenden Hochwasserschutz verwässert. Das Ministerium hatte unter Ressortchef Jürgen Trittin (Grüne) monatelang mit den Ländern um das neue Gesetz gerungen.

Auch der frühere Umweltminister Trittin sieht eine Mitschuld der Länder und Kommunen an der aktuellen Situation. Nach 2002 sei zu wenig auf hochwassergerechte Bebauung in den gefährdeten Gebieten geachtet worden, sagte er der „Welt am Sonntag“: „Da wurde einfach nach Schema F vorgegangen. Hätten sie die Bebauungsvorgaben angewandt, die später im Hochwasserschutzgesetz beschlossen wurden, wären manche Probleme der aktuellen Flut vermeidbar gewesen.“

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