VW-Abgasskandal: Grüne fordern Einrichtung einer europäischen Zulassungsbehörde

VW-Abgasskandal
Umrüstung im Schneckentempo

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Grüne fordern Einrichtung einer europäischen Zulassungsbehörde

Ernüchternd fällt indes die Umrüstungs-Bilanz auch für die Autos anderer Hersteller aus. Neben den besagten VW aus dem Dieselgate waren bei Audi, Mercedes, Opel, Porsche und VW-Nutzfahrzeugen überhöhte Stickoxidwerte festgestellt worden. Nach einem „freiwilligen“ Rückruf von über 600.000 Fahrzeugen sollten die Hersteller verbesserte Emissionsminderungskonzepte vorlegen. „Mit Ausnahme des Porsche Macan, für den (vom Kraftfahrtbundesamt; KBA) eine Freigabe erteilt worden ist, dauern die Prüfungen noch an“, teilte das Verkehrsministerium mit.

Dass damit viele Fahrzeuge deutscher Hersteller weiter mit problematischen Schadstoff-Emissionen unterwegs sind, führt der Grünen-Politiker Kühn auch darauf zurück, dass die Politik zu sehr Milde im Umgang mit der Autoindustrie walten lässt. „Nun rächt es sich, Autos nur freiwillig zurückzurufen und keine Sanktionsmittel in der Hand zu haben“, sagte er. „Der freiwillige Rückruf reicht hinten und vorne nicht aus.“ Dass Ende des Jahres alle betroffenen Autos umgerüstet sind, sei somit eine Illusion, kritisierte Kühn. „Stattdessen sind viele Dreckschleudern noch viel länger auf den Straßen.“

Zu anderen der „Gruppe 2“ zugeordneten Marken, etwa Alfa Romeo, Chevrolet oder Dacia, bei denen ebenfalls problematische Abgaswerte entdeckt wurden, kann das Ministerium keine Angaben machen, weil diese Fahrzeuge zu ausländischen Herstellern gehören und damit das KBA als Genehmigungsbehörde nicht zuständig ist.

Als Konsequenz fordert der Grünen-Verkehrsexperte Stephan Kühn die Einrichtung einer europäischen Zulassungsbehörde. „Nur so können Hersteller auch über Landesgrenzen hinweg in die Pflicht genommen werden“, sagte der Bundestagsabgeordnete dem Handelsblatt. „Eine europäische Behörde hilft auch dabei, unterschiedliche Rechtsauffassungen und Maßstäbe bei der Genehmigung von Beginn an zu vermeiden.“

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Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik

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  • VW seine Mitarbeiter weltweit die nichts für Manipulationen einzelner Täter können, sollten nicht zum Opfer Amerikanischer gespielter Rache Justiz mit Interesse einen Konkurrenten loszuwerden zu Opfern werden. Schlimm genug das Niedersachsen mit im Aufsichtsrat sitzt und nichts gewusst hat , was nicht nur an den Fähigkeiten der ROT/Grünen Regierung zweifeln lässt ,sondern auch an deren Regierungsfähigkeit.

    Wer Banken rettet , die mit Zocken schwere Verluste machten mit mehr Akteuren der muss auch VW zur Seite stehen und nicht noch im eigenen Land auf die Mitarbeiter einschlagen.

    Aber die Selbstzerstörung tickt und ist nicht mehr aufzuhalten.

  • Der Koloss ganz groß beim kleine-Brötchen backen: Vorsprung durch Technik mal ganz anders hervorgekramt.

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