Wachstum dank Wahlchaos: Wie Österreicher und Schweizer um deutsche Investoren werben
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Das Ding provoziert. Ein schwarzer Balken, darauf in Weiß die Frage: „. . . und jetzt?“ Am Ende, klein gedruckt, steht auf der Anzeige, die in der vergangenen Woche in vielen deutschen Zeitungen erschien, noch die Internetadresse der Tiroler Zukunftsstiftung. Darüber prangt eine freche rote Fahne, in der, damit es sich jeder einprägt, das Wort Tirol noch mal wiederholt wird, diesmal leicht geschwungen, wie zu einem spöttischen Grinsen.

HB WIEN/ZÜRICH.Die Tiroler Zukunftsstiftung organisiert die Wirtschaftsförderung für das österreichische Bundesland. Auf Messen habe er, sagt Geschäftsführer Harald Gohm, schon lange den Frust deutscher Unternehmer gespürt.

Er lächelt. Dann kam die Neuwahlankündigung des Kanzlers, dann die Bundestagswahl mit einem Ergebnis, das alles offen ließ.

In dieses Vakuum, beschlossen Gohm und Kollegen an ihren Holztischen in Innsbruck, gelte es, gezielt vorzustoßen: daher die kecken Anzeigen. Seither läutet bei den Tirolern noch häufiger als sonst das Telefon, und im Display erscheint eine deutsche Nummer. 15 „sehr konkrete Fälle“ lägen zurzeit vor, so Gohm. Das Geschäft boomt.

Für Gohms Konkurrenten in der Schweiz gilt Ähnliches. Deutschlands Nachbarn nutzen das Wahlchaos in Berlin. Sie versuchen, von der Verunsicherung deutscher Unternehmer zu profitieren und ihnen Investitionen in ihren stabilen Alpenrepubliken schmackhaft zu machen.

Gut, die ganz dicken Fische sind nicht dabei. Aber das kommt auch nicht alle Tage vor. Das letzte Mal, als in Österreich so richtig die Sektkorken knallten, war im Juli. Damals gönnten sich die Ansiedlungskollegen aus Kärnten bei der Eröffnung der Infineon-Zentrale mit 2 400 neuen Jobs in Villach eine kleine Feier. Die Worte von Infineon-Chef Wolfgang Ziebart glitten an ihnen runter wie Schlagobers: In Österreich, sagte der Firmenchef, herrsche einfach die bessere „politische Stimmung“. Natürlich gebe es auch Subventionen. „Aber Förderungen bekommt man nur einmal, an dem Standort ist man für lange Zeit“, sagte der Infineon-Chef.

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