Wachstumsinitiative
Röslers Griechenland-Plan kennt nur Gewinner

Bundeswirtschaftsminister Rösler hat zu einer Investitionsinitiative für Griechenland aufgerufen – und erhält dafür viel Zuspruch aus der deutschen Wirtschaft. Denn seine Pläne könnten allen Beteiligten nützen.
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DüsseldorfDie Initiative von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), gemeinsam mit der Wirtschaft nach neuen Wegen für Investitionen in Griechenland zu suchen, findet die Zustimmung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. „Ein umfangreiches Investitions- und Modernisierungsprogramm für Griechenland ist in mehrfacher Hinsicht eine Win-Win-Alternative“, sagte der Leiter des Bereichs Internationale Wirtschaftspolitik beim IW, Jürgen Matthes, Handelsblatt Online. Ausländische Firmen profitierten davon genauso wie griechische Unternehmen. „Und kurzfristige Impulse, die der griechischen Wirtschaft aus der tiefen Rezession heraushelfen können, gehen mit einer langfristig wirksamen Strategie einher, die Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit der dortigen Produktionsstrukturen stärkt.“

Rösler hat Vertreter von rund 20 Fachverbänden für heute zu einer Konferenz eingeladen. Ziel des Treffens ist es laut Ministerium auszuloten, welchen Beitrag die deutsche Wirtschaft leisten kann, um die Wirtschaft in Griechenland nachhaltig zu beleben.

„Jetzt nehmen wir Griechenland besonders in den Fokus“, sagte der Vizehauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, Volker Treier am Mittwoch im Radiosender MDR Info. Es sei wichtig, dass Griechenland „wieder auf den gesunden Pfad“ komme und den „größten Teil seiner Kredite“ zurückzahlen könne. Das sei „im Interesse der Steuerzahler“, sagte Treier. Derzeit hätten deutsche Firmen in Griechenland „erhebliche Probleme“, Kredite für ihre Projekte von den Banken zu bekommen.

Die schlechte Kreditversorgung durch die Banken sei das größte Wachstumshemmnis, heißt es auch in einer aktuellen DIHK-Umfrage unter mehr als 120 Unternehmen, die dem Handelsblatt vorliegt. Gleich nach dem Problem Kreditklemme beklagen sich die Firmen über hohe Steuerbelastung und hohe Finanzierungskosten, eine mangelnde Inlandsnachfrage und steigende Zahlungsausfälle. Erst an siebter Stelle sehen die Firmen mangelnde Rechtssicherheit etwa durch fehlende Grundbücher als Wachstumsbremse an.

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"Kraftakt wie beim Aufbau Ost"

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  • Ich möchte nicht sagen, dass es im Osten kein Ergebnis gab, Es ist einiges enstanden. Bedenken Sie bitte, dass im Osten 40 Jahre lang Missmanagement auf sozialistische Anordnung betrieben wurde. Sowas prägt sich auch im Bewusstsein ein. Man ist garde im Begriff das abzulegen und das ist schon ein riesiger Erfolg.

    Und natürlich muss man schwache Regionen unterstützen, aber man sollte sich nciht davon abhängig machen lassen, sondern selber versuchen auf "eigenen Beinen" zu stehen.

  • Genau und auch die haben Geld erhalten mit null Ergebnis. Ergo, es bringt nichts das Geld ineffizient zu allokieren.

  • Es musste ja auch nicht nur eine Großindustrie aufgebaut werden, sondern auch in die Infrastruktur investiert werden. In der ehem. DDR war alles veraltet.

    Nebenbei müssen auch Renten gezahlt werden und andere Sozialgelder.

    Die Region um Leipzig ist bereits mit Industrie besiedelt, es gibt die Chemie-Region um Bitterfeld-Wolfen, das Solar-Valley bei Thalheim....

    Strukturschwache oder eineitig orientierte Regionen gibt es auch im Westen...siehe Saarland, siehe Ruhrgebiet, Bremen,...

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