Wähler nehmen Regierungsreformen übel
SPD weiter in Bedrängnis

Die SPD steckt in einer tiefen Krise. Auch wegen unpopulärer Reformen etwa in den Bereichen Gesundheit und Arbeitsmarkt liegt sie in Umfragen deutlich hinter der Union - bundesweit wie auch im Saarland, wo am 5. September ein neuer Landtag gewählt wird.

HB HAMBURG. Nach dem Wechsel an der Parteispitze von Gerhard Schröder zu Franz Müntefering Anfang dieses Jahres hofften die auf nur noch rund 618 000 Mitglieder geschrumpften Sozialdemokraten bislang vergeblich auf ein Ende der Niederlagen-Serie.

Bundeskanzler Gerhard Schröder ist in seinem sechsten Regierungsjahr weitgehend auf die Zustimmung der Union im Bundesrat angewiesen. Nur noch sieben der 16 Länder haben einen SPD- Ministerpräsidenten. Keiner führt eine Alleinregierung.

Ihre vorerst letzten Debakel erlebte die SPD am 13. Juni: Bei der Europawahl sackte sie von 30,7 auf 21,5 %. Bei der Landtagswahl in Thüringen unterschritt sie die 15-Prozent-Marke. Bei den gleichzeitigen Kommunalwahlen in sechs Ländern ging es ebenfalls steil bergab - auch im Saarland, wo die Sozialdemokraten mit 36,1 % vergleichsweise immerhin noch am besten abschnitten.

Die Serie der Misserfolge hatte schon 1999 begonnen - kurz nach der ersten Wahl einer rot-grünen Bundesregierung. In Hessen musste die SPD trotz leichter Gewinne wegen grüner Verluste in die Opposition. Im selben Jahr gingen das Saarland und Thüringen sowie die Alleinregierung in Brandenburg verloren. Der historische Tiefpunkt waren 10,7 % in Sachsen. Nach einem Zwischenhoch 2000/2001 - wegen der CDU-Spendenaffäre - fiel 2002 Sachsen-Anhalt an CDU und FDP. 2003 endete die SPD-Alleinherrschaft in Niedersachsen. Bei der Bundestagswahl 2002 sicherten Überhangmandate und ein Plus für die Grünen den Fortbestand der Regierung Schröder nochmal knapp. In den Ländern aber setzte es für die SPD jedoch weiterhin meist schwere Schlappen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%