Wähler-Umfrage
Union bleibt im Keller

Die Union kommt nicht aus ihrem Umfragetief heraus. Meinungsforscher sprechen von einem „bemerkenswerten Denkzettel“.

HB BERLIN. In der wöchentlichen Umfrage von „Stern“ und RTL erreichen CDU und CSU wie in den beiden Wochen zuvor 29 Prozent. Die SPD liegt mit 30 Prozent weiter einen Punkt vor der Union. In einer am Mittwoch vom Nachrichtensender N24 veröffentlichten Emnid-Umfrage rutscht die CDU/CSU nach einem wochenlangen Patt erstmals hinter die SPD und liegt ebenfalls bei 29 Prozent. Die Sozialdemokraten kommen hier auf 31 Prozent.

Unverändert sind die Werte der kleinen Parteien: Die FDP kann in der Umfrage des „Stern“ ihr Jahreshoch von 15 Prozent halten. Wie in der Vorwoche würden je 10 Prozent der Wähler für die Grünen und die Linkspartei stimmen. Die sonstigen Parteien erreichen zusammen 6 Prozent.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte in einem Interview mit der Illustrierten „Bunte“ an die Adresse der Unions-Ministerpräsidenten, es sei selbstverständlich, dass sie die Interessen ihrer Länder verträten. „Aber ich sage auch deutlich: Die Interessen Deutschlands sind mehr als die Summe der Einzelinteressen.“ Für alle politisch Verantwortlichen, auch die Ministerpräsidenten, müsse gelten: „Nur wenn uns immer das Motiv antreibt, dass der eigene Vorteil nicht der Nachteil des anderen wird, sondern der Gewinn für das Ganze, das Wohl des ganzen Landes, kann Politik gelingen“, sagte die Kanzlerin.

CSU-Vize Horst Seehofer verteidigte in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa die kritischen Stimmen von Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) und anderer Unions- Regierungschefs unter anderem zur Gesundheitsreform. Wenn Stoiber die Reform nicht auf ihre Wirkung geprüft und für Abfederung gesorgt hätte, „würde man mit Recht sagen: Du hast unsere Landesinteressen nicht wahrgenommen“.

Der Chef des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap, Richard Hilmer, sieht in den schlechten Werten der Union einen „bemerkenswerten Denkzettel“. Die CDU-Ministerpräsidenten müssten sich fragen lassen, ob sie mit ihrer teils distanzierten Haltung zur Regierungspolitik der großen Koalition einen Gefallen tun, sagte er in der Fernsehsendung „Münchner Runde“ des Bayerischen Rundfunks. Nach Ansicht von Hilmer schaden die schlechten Werte der Union der Kanzlerin bisher aber nicht. „Merkel hat in jedem Fall noch einen Bonus.“ Die Kanzlerin sei in den Augen der Wähler ohne Alternative.

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