Wählermobilisierung: Ypsilanti meldet sich mit linker „Denkfabrik“ zurück

Wählermobilisierung
Ypsilanti meldet sich mit linker „Denkfabrik“ zurück

Die Linkspartei will offensiver um neue Wähler werben und in einer „Denkfabrik“ Alternativen zu Schwarz-gelb ausbrüten. Mit im Boot ist der auch ein SPD-Abgeordneter.
  • 0

HB BERLIN. Mit einer „Denkfabrik“ wollen Politiker der SPD, der Linkspartei und der Grünen mehr Wähler für eine Alternative zu Schwarz-Gelb gewinnen. Das neue „Institut solidarische Moderne“ wolle überparteilich an politischen Konzepten arbeiten, teilten die Gründungsmitglieder Andrea Ypsilanti (SPD), Katja Kipping (Linke) und Sven Giegold (Grüne) am Montag in Berlin mit. „Wir arbeiten nicht an der Fusion von Parteien, sondern an gesellschaftlichen Veränderungen“, stellte Kipping klar. „Unser Anspruch besteht darin, Konzepte zu entwickeln, die darauf abzielen, parlamentarische Mehrheiten zu finden.“

Mit im Kuratorium des Instituts, das aus einem neuen Verein erwachsen soll, sitzt der SPD-Bundestagsabgeordnete Hermann Scheer. Er war als Minister in Ypsilantis hessischem Kabinett vorgesehen.

2008 scheiterte die SPD-Politikerin beim Versuch, in Hessen mit Hilfe der Linken an die Macht zu gelangen. Nach dem Debakel hatte sich Ypsilanti aus der Politik zurückgezogen. Zuletzt warb sie verstärkt für einen Neuanfang in der SPD und eine Debatte mit der Linken. Ypsilanti sagte am Montag, sie habe SPD-Chef Sigmar Gabriel nicht über die Gründung der „Denkfabrik“ informiert, in der sie „ergänzend“ zur Politik der SPD arbeiten wolle. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles kommentierte den Vorstoß mit den Worten „Denken hat noch nie geschadet“.

Die Neugründung versteht sich als intellektuelle Basis für „die programmatische politische Alternative zum Neoliberalismus“, heißt es in der Gründungserklärung. Für den Sommer ist ein erstes längeres Arbeitstreffen geplant, bei dem die „Denkfabrik“ ihr erstes Forderungspapier erstellen will.

Kommentare zu " Wählermobilisierung: Ypsilanti meldet sich mit linker „Denkfabrik“ zurück"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%