Wählerpotenzial für Partei links der SPD liege bei 20 bis 30 Prozent
Gewerkschafter schmieden kühne Pläne für neue Linkspartei

Enttäuschte Gewerkschafter und Sozialdemokraten wollen laut Presseberichten eine neue Partei links von der SPD gründen. Die SPD solle zur «drittstärksten Fraktion reduziert» werden.

HB BERLIN. Die Pläne enttäuschter Gewerkschafter und Sozialdemokraten, eine neue Linkspartei zu gründen, nehmen nach Informationen der «Bild»-Zeitung konkrete Formen an. Die Zeitung berichtet, ihr liege ein Strategiepapier mit dem Titel «Für eine wahlpolitische Alternative 2006» vor, das derzeit unter Mitgliedern der Gewerkschaften Verdi und IG Metall kursiere. Ziel der Initiative sei eine «neue politische Formation», die in der Lage sein müsse, «bei der Bundestagswahl 2006 mit Aussicht auf Erfolg anzutreten», zitiert die Zeitung aus dem Dokument. Dessen Autoren rechneten mit einem Wählerpotenzial von bundesweit mehr als 20 Prozent, in Ostdeutschland sogar mehr als 30 Prozent.

«Im Optimalfall könnte die SPD zur drittstärksten Fraktion reduziert werden», heißt es laut «Bild» in dem Strategiepapier. Als Name für die neue Partei sei die Bezeichnung «Arbeit, Gerechtigkeit und Frieden - die soziale Alternative» im Gespräch.

Am Freitag hatte die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (FAZ) berichtet, sieben Tage zuvor hätten sich die Initiatoren der möglichen Parteigründung in «Räumen der DGB-Zentrale» in Berlin getroffen. Wichtigster Aktivist sei Ralf Krämer, Gewerkschaftssekretär in der Verdi-Zentrale. Der frühere Juso-Vorsitzende in Nordrhein-Westfalen habe die SPD mittlerweile verlassen und gelte nun als der PDS nahe stehend, schrieb die FAZ.

Auch der Publizist Joachim Bischoff und der linke Wirtschaftswissenschaftler Axel Troost zählten zu dem Initiatorenzirkel, ergänzt nun «Bild». Die geplante Partei solle ein Auffangbecken für diejenigen Wähler sein, die vom rot-grünen Reformkurs enttäuscht seien.

Führende Gewerkschafter, darunter der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, und Verdi-Chef Frank Bsirske haben sich laut «FAZ» aber bereits von derartigen Vorbereitungen zur Gründung einer neuen Linkspartei distanziert. Auch IG-Metall-Chef Jürgen Peters sagte der Zeitung, die Arbeitnehmervertretung werde ihre gewerkschaftlichen Instrumente nutzen, um einen anderen Regierungskurs herbeizuführen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%