Waffen für den Irak

Deutschland kann nur brüchige Schutzwesten liefern

Deutschland diskutiert über Waffenlieferungen in den Irak. Aber was kann die Bundeswehr überhaupt beitragen? Ein großer Teil der fraglichen Ausrüstung ist offenbar veraltet oder defekt.
Update: 20.08.2014 - 08:53 Uhr 27 Kommentare
"Veraltet und im Inneren brüchig": Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (r.) mit Schutzweste. Quelle: dpa

"Veraltet und im Inneren brüchig": Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (r.) mit Schutzweste.

(Foto: dpa)

BerlinDie Bundeswehr kann nach einem Zeitungsbericht die Zusage, die kurdische Armee im Kampf gegen die IS-Terrormilizen auszurüsten, nur teilweise erfüllen. Das gehe aus einen vertraulichen Papier des Bundesverteidigungsministeriums für Generalinspekteur Volker Wieker hervor, das der „Bild“-Zeitung vorliege.

Demnach können Schutzwesten gar nicht geliefert werden, weil die zur Verfügung stehenden Westen veraltet und die Schutzplatten im Innern brüchig geworden seien. Sie würden keinen Schutz bieten, heiße es in der Aufstellung.

Bei Nachtsichtgeräten seien von mehr als 1000 geplanten lediglich 680 sofort verfügbar. 400 könnten vermutlich erst in drei Wochen besorgt werden. Die Geräte seien Mangelware bei der Bundeswehr.

Beim Kleinlaster Unimog gebe es ebenfalls massive Probleme. Von 58 möglichen Autos, seien 35 nicht einsatzbereit, hätten keine Zulassung mehr für die Verwendung in der Bundeswehr und müssten teuer repariert werden. Problemlos lieferbar seien nur Schutzhelme, Funkgeräte und Metall-Detektoren, schrieb das Blatt.

Nach einem Bericht von „Tagesschau.de“ ist im Verteidigungsministerium auch die Lieferung von Panzerabwehrraketen vom Typ „Milan“ im Gespräch. Die kurdischen Peschmerga-Streitkräfte verlangen solche Waffen, um die von der IS-Miliz erbeuteten gepanzerten Fahrzeuge wirksam bekämpfen zu können. Die „Milan“-Raketen sind 12 Kilogramm schwer und 90 Zentimeter lang.

Seit den 70er-Jahren wurden von dem deutsch französischen Konsortium Euromissile (heute MBDA) 10.000 Abschusswaffen und 350.000 Raketen produziert und in rund 40 Länder exportiert. Die Bundeswehr beschaffte 1600 Waffen.

Bundeswehr verschiebt Hilfsflüge
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27 Kommentare zu "Waffen für den Irak: Deutschland kann nur brüchige Schutzwesten liefern"

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  • Bundesregierung zu Waffenlieferungen an Kurden bereit
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    Aber was kann die Bundeswehr überhaupt beitragen? Ein großer Teil der fraglichen Ausrüstung ist offenbar veraltet oder defekt.

    Mit anderen Worten, die Bundeswehr will ihren Schrott loswerden.
    Wenn schon Waffenlieferungen, dann neue und funktionierende Waffen und keinen ausgemusterten Schrott.

    Die Bundesregierung ist zu Waffenlieferungen in den Nordirak bereit, um kurdische Truppen im Kampf gegen die Terrorgruppe »Islamischer Staat« (IS) zu unterstützen. Innerhalb der nächsten Woche werde geprüft, welche Waffen geliefert werden können, sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Mittwoch in Berlin.

    Die Regierung will also erst einmal prüfen und prüfen und prüfen. Danach folgen endlose Debatten und danach nichts.

    Der Bundestag soll über die Lieferungen lediglich unterrichtet werden und nicht entscheiden.

    Da wird es wohl Streit geben. Und zwar nicht nur mit der Opposition.

  • Sollten IS-Kämpfer durch deutsche Waffen sterben, könnte die Terror-Bedrohung in Deutschland eine neue Dimension erreichen. Denn gerade erschien die von der IS herausgegebene radikale Kampfzeitschrift „Dabiq“ zum ersten Mal auf Deutsch.

    http://www.focus.de/politik/deutschland/kampfzeitschrift-erstmalig-auf-deutsch-terrorakte-in-deutschland-sollten-is-kaempfer-sterben_id_4065160.html

    Ich denke die Deutsche Polizei hat Personalbedarf !!!!

  • Was erwartet man von Leuten die nicht einmal in der Lage sind einen Flughafen zu bauen. Vor 3000 Jahren die Pyramiden, vor 100 Jahren den Panama Kanal und heute? Vieleicht koennen wir Kitas mit multi-kulti Pädagogen in die Krisenregion liefern?
    Anbetracht dieses Unvermoegens sollte man sich auch nochmal genau ueberlegen ob man wirklich einen Krieg mit Russland anzetteln will. Das koennte ganz boese enden, wie 1918 oder 1945 auch schon.

  • Diese Tussy ist einfach nur zum erbrechen.

  • Die Ausrüstung war aber für BW Soldaten gut genug? Das kommt davon wenn immer schön bei der BW gespart wird. In meinen Augen grobe Fahrlässigkeit ggü. den Soldaten.
    Das mit dem TÜV und der HU ist aber hoffentlich ein Witz? Die dürfen nur mit TÜV geprüften Fahrzeugen kämpfen? - Im Irak? Wie weltfremd ist dass denn? Aber gleichzeitig grosse Töne spucken, dass man den baltischen Staaten helfen würde, falls Russland da ähnliches A verabstaltet wie in der Ukraine. Die Frage ist doch: Womit? Mit fehlerhaften Sturmgewehren, altenSchutzwesten und ein paar wenigen nicht funktinierenden Panzern??? Selten so gelacht.

  • Frau Verteidigungsministerin ehemals Familien und Arbeitsministerin wird zur Kriegsministerin. Von Clausewitz und Sun Tsu sind für sie böhmische Dörfer und fähige Generäle wie einst alle Deutschen Generalobersten ( Dienstgrad wurde bewusst entfernt ) im besonderen Guderian sind nicht erwünscht. Brigadegeneral Gert Bastian brachte sich um. ;-) ;-(
    Brigadegeneral Reinhard Günzel wurde abgesägt und General Günther Kießling wurde das Kainsmal und Stigmata eines Knabenfreundes angedichtet.
    Es hat eine Struktur die Wehrkraft des deutschen Volkes seitens der "Politik" zu zersetzen. Wir wären nicht mehr im Ansatz in der Lage uns gegen Russland zu verteidigen denn die sind genauso hochgerüstet wie damals der Gröfaz beim Finnen Mannerheim erschreckend feststellen musste. Aber Muttis Marjodomo macht das schon. Sie singen schon die neue "Deutsche" Nationalhymne.

    Hinneh mah Tov umah naʿiym
    sheveth aḥiym gam yaḥadh

    Und als Metronom fungiert der Rhytmus der Granateinschläge in einem Ghetto namens Gaza das Hannah Arendt wohl auch im Rahmen der Begrifflichkeit Banalität des Bösen in Ihre Adolf Eichmann Gleichung hätte mit einbeziehen müssen.



  • Richtig @Der Zahlmeister
    "Gold gab ich für Eisen"

  • Wer spricht von Schutzwesten ? Da wir ja umrüsten auf eine familienfreundliche Bundeswehr, wären ja auch denkbar Schmusedecken, Babyschnuller und Fläschchenwärmer. Aber natürlich nur TÜV abgenommen und zertifiziert. Die kaputten Schutzwesten müssen doch von unseren eigenen Soldaten aufgetragen werden.

  • Das zeigt doch ganz eindeutig, dass Flinten-Uschi von der BW Null Ahnung hat.
    Wichtig ist ihr immer mit ihrem Geldtungsdrang, sie ist in den medien präsent durch dummes Schwätzen

  • Wolfgang Trantow
    Dieser Gauckler quatscht doch nur dummes Zeug.
    Er hat doch von nichts Ahnung

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