Waffenrecht
Große Kaliber weiter nur für Ältere

Überraschend schnell hat Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) den Plan seines Hauses kassiert, das Waffenrecht zu lockern. Nun geht auf dem politischen Nebenkriegsschauplatz plötzlich „Sicherheit vor“. Selbst in den eigenen Reihen war zuvor ein Murren zu vernehmen gewesen.

HB BERLIN. Die Senkung des Mindestalters für den Erwerb großkalibriger Sportwaffen von 21 auf 18 Jahre werde nicht weiter verfolgt, erklärte der CDU-Politiker am Montag in Berlin. „Sicherheit geht vor“, betonte Schäuble. „Daher bleibt es bei der bestehenden Altersgrenze von 21 Jahren.“

Das Mindestalter war nach dem Amoklauf eines Sportschützen in einem Gymnasium in Erfurt vor fünf Jahren: von 18 auf 21 Jahre erhöht worden. Der Täter war 19 Jahre alt und daher legal an die Waffen gekommen, mit denen er 16 Menschen getötet hatte.

Am Wochenende hatte Schäubles Ministerium erklärt, angestrebt werde eine einheitliche Altersgrenze in der gesamten Europäischen Union. Außerdem habe man in den vergangenen Jahren nicht feststellen können, dass es durch die Erhöhung der Altersgrenze mehr Sicherheit gegeben habe.

Neben den Grünen hatten der Kriminologe Christian Pfeiffer, SPD-Chef Kurt Beck sowie die CDU-Ministerpräsidenten Dieter Althaus (Thüringen) und Roland Koch (Hessen) den Vorschlag kritisiert. Althaus wandte ein, die höhere Altersgrenze habe sich bewährt. Koch sagte: „Ich glaube, wir müssen hier zurückhaltend sein.“ Beck meinte, nach „den schrecklichen Übergriffen von Erfurt“ hätten alle deutlich gemacht, je weniger Waffen im Umlauf seien, umso größer sei die Wahrscheinlichkeit, dass solche Dinge nicht passierten.

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