Wahl 2013
Merkel profitiert von der Eurokrise

Eigentlich hat Angela Merkel allen Grund zur Freude: Ihre Partei liegt stabile zwölf Prozentpunkte vor der SPD, in der Euro-Krise gilt sie in der Bevölkerung als Fels in der Brandung. Wäre da bloß nicht die FDP.
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BerlinEin Jahr vor der Bundestagswahl baut die Union ihren Umfragevorsprung vor der SPD aus. CDU/CSU kamen in einer von der „Bild am Sonntag“ veröffentlichten Emnid-Umfrage auf 38 Prozent. Das waren zwei Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche. Die SPD büßte zwei Punkte ein und kam nur noch auf 26 Prozent. Mit zwölf Prozentpunkten war es der größte Abstand zwischen den beiden Volksparteien seit der letzten Bundestagswahl 2009.

Emnid-Chef Klaus-Peter Schöppner erklärte das Ergebnis vor allem mit dem großen Vertrauen der Wähler in Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Die Werte für die anderen Parteien blieben in der Umfrage im Vergleich zur Vorwoche unverändert: Die FDP erhielt vier Prozent, die Grünen 14 Prozent und Linkspartei sowie Piratenpartei jeweils sieben Prozent.

Unterdessen planen die Sozialdemokraten ihren Wahlkampf für das kommende Jahr. Die SPD will Merkel verstärkt angreifen und 2013 mit einer sozialen Reformagenda das Kanzleramt zurückerobern. „In unserem Land ist etwas aus dem Lot geraten. Deutschland braucht ein neues Gleichgewicht“, sagte Parteichef Sigmar Gabriel zum Abschluss eines „Zukunftskongresses“ der SPD-Fraktion am Samstag in Berlin.

Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier machte ein Jahr vor der Bundestagswahl klar: „Wir spielen auf Sieg, nicht auf Platz.“ Man wolle nicht als Juniorpartner in einer großen Koalition landen - Rot-Grün sei das Ziel. Beide Parteien setzen nun auf mehr Zuspitzung gegenüber Merkel und Schwarz-Gelb.

Die Finanzmärkte dürften nicht länger diktieren, wie Deutschland zu leben habe, zudem dürfe die Schere zwischen oben und unten nicht weiter auseinandergehen, sagte Gabriel. Im Herbst sollen sich die Bürger mit Vorschlägen an der Erarbeitung des SPD-Wahlprogramms beteiligen. 1,3 Millionen Postkarten würden verschickt, mit denen Bürger ihre Ideen zur Gestaltung Deutschlands kundtun können.

Gabriel und Steinmeier gelten neben dem früheren Finanzminister Peer Steinbrück als mögliche Kanzlerkandidaten der Partei - dies soll bis Anfang 2013 entschieden werden. Die Beliebtheit von Kanzlerin Merkel ist für die SPD ein Problem.

Merkel versuche durch pseudo-sozialdemokratische Positionen die SPD-Wählerschaft zu demobilisieren, sagte Steinbrück unter dem begeisterten Applaus der 700 Zuhörer. Der 65-Jährige will nicht noch einmal Minister in einem Kabinett Merkel werden, sollte es nur zur Juniorrolle in einer großen Koalition reichen. Zuletzt hatten politische Beobachter Steinbrück in der K-Frage der SPD leicht vorn gesehen. Er bekam beim SPD-Kongress mit Attacken gegen Merkel und der Forderung nach einer „klaren Kante“ viel Beifall.

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Kommentare zu " Wahl 2013: Merkel profitiert von der Eurokrise"

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  • Merkel profitiert von der Eurokriese!
    Warum eigentlich,für Ihr ganzen Fehlleistungen,dafür zu sorgen,das in allen wichtigen Gremien,angefangen bei der EZB,Brüssel ect.Südeuropäer das Sagen haben,unseren Enfluß verschenkt hat.Nur eine Stimme be der EZB,aber 27% Haftung.Da muss man sich doch Fragen,was bitte hat Frau Merkel für Deutschland und damit auch für Europa getan.Sie hat alles Verschenkt.Was solls,es gehört ja nicht mir.Die dummen Deutschen müssen mci und meine Meschpoke so oder so Bezahlen.Was schert mich das Volk,was schert mich mein Geschwätz von Gestern.Was scheren mich Geseze.Aber so ist Sie halt die wunderbare Kanzlerin.

  • ...korrekt.

  • 38% von 50% die überhaupt noch wählen gehen macht 19% der Wahlberechtigten. Das sind dann knapp 15% der Bevökerung?

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