Wahl-Countdown
Mathematik für Mandatsträger

Ja, was denn nun? Sinken die Bruttolöhne um ein Prozent oder steigen sie, wenn der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung reduziert wird? Oder ändert sich gar nichts? Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel ist in den vergangenen Tagen ganz schön ins Schleudern gekommen.

HB BERLIN. Der Vorgang ist peinlich für die CDU-Chefin. Doch ist die Verwendung fragwürdiger Daten im Wahlkampf keine Ausnahme. Merkels Zahlensalat gehört eher zur harmlosen Sorte, denn er wurde aus Nervosität angerichtet. Oftmals legen sich Politiker bewusst mit Adam Riese an, um über Finanzierungslücken ihrer Programme hinwegzutäuschen.

Beispiel Reichensteuer: Der SPD-Plan bringt wahrscheinlich 1,2 bis 1,7 Mrd. ¤, von denen gerade die Hälfte beim Bund landet. Mit diesen 600 bis 850 Mill. ¤ will die Partei ernsthaft die Hochschulen fördern und das Elterngeld bezahlen, das alleine mehr als 1,5 Mrd. Euro kosten dürfte.

Beispiel Mehrwertsteuer: Die von der Union angekündigte Erhöhung bringt je nach Prognose 12 bis 16 Mrd. Euro. Die Hälfte davon steht den Ländern zu, die auf ihren Anteil keineswegs ganz verzichten wollen. Mit dem restlichen Geld sollen 15 Mrd. Euro bei der Arbeitslosenversicherung und 23 Mrd. Euro bei der Gesundheitsprämie finanziert werden.

Seit Tagen streiten sich Union und SPD, wer nun die Renten kürzen will. Ministerin Ulla Schmidt argumentiert, die Union müsse 20 bis 25 Mrd. Euro kürzen, um ihre Versprechen einzuhalten. "Heuchlerei!", kontert die Opposition. Tatsächlich seien die Altersbezüge durch den Sonderbeitrag fürs Krankengeld schon in diesem Jahr real gesunken. Recht haben ausnahmsweise beide.

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