Wahl-Countdown
Nachbarn setzen auf einen Regierungswechsel in Berlin

Mit Blick auf die eigene Konjunktur hoffen Österreicher und Schweizer auf einen Sieg von Angela Merkel.

ZÜRICH. Für seine Nachbarländer ist Deutschland wichtigster Exportpartner. Die Schweiz exportiert allein nach Baden-Württemberg etwa so viel, wie in den Rest der Welt. Die Österreicher liefern noch immer mehr als die Hälfte ihrer Exporte zu uns. Für beide Länder gilt: Wenn die Konjunktur beim großen Nachbarn lahmt, kommen sie selbst nicht recht vom Fleck. Groß ist die Hoffnung, dass es nebenan endlich aufwärts geht - gebannt schauen alle auf die Wahlen.

Die Analysen fallen dabei nach dem Motto aus: Schlechter werden kann es nicht. Politisch stellt der österreichische Finanzminister Karl-Heinz Grasser nüchtern die Pattsituation zwischen Bundesrat und Bundestag heraus, die nur durch eine CDU-Regierung überwunden werden kann. Sein Kollege, Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, macht eine Kluft zwischen Unternehmen aus, die bereits ihre Wettbewerbsfähigkeit wieder hergestellt haben, und der Politik, die mit ihren Reformen zu spät kam. Schweizer sind ihrem Naturell nach zurückhaltender, schauen aber mehr aufs Geld.

Von der Zürcher Bank Leu, der vornehmen Privatadresse der Großbank Credit Suisse, stammt die erste Aktienanalyse, die die Eidgenossen mit Blick auf die deutschen Wahlen erstellt haben. Ergebnis: Konsumenten und Unternehmen haben ihr Vertrauen in die Wirtschaft verloren. Der Aktienmarkt ist billig bewertet. Gleichzeitig sind die Gewinnprognosen deutscher Unternehmen hoch. Patrick Uelfeti, Research-Chef der Bank, empfiehlt daher, in deutsche Aktien zu investieren. Wenn Merkel nur teilweise wahr mache, was sie ankündigt, komme die Wirtschaftslokomotive Deutschland wieder in Fahrt.

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur
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