Wahl-Countdown
Stoiber fordert Lafontaine heraus und kneift vor einem Duell

Statt direkter Konfrontation im Fernsehen wird jetzt ein Schlagabtausch in der Zeitung geplant.

BERLIN. Edmund Stoiber kneift. Zunächst hieß es, der CSU-Chef habe Oskar Lafontaine zum Rededuell herausgefordert. Doch heute kam der Rückzieher: Stoiber wolle das geplante Duell mit dem Spitzenkandidaten der Linkspartei in einer Zeitung austragen. Stoibers Berater haben eigens ein neues Wort erfunden: Sie sprechen jetzt vom "Print-Duell".

"Stoiber sucht keine Show mit Lafontaine, sondern eine inhaltliche Auseinandersetzung über die Aussagen dieser neu lackierten PDS", sagte ein Sprecher Stoibers der "Welt". Mit dem "Print-Duell" solle eine Konkurrenz zu dem geplanten TV-Auftritt von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Unionskandidatin Angela Merkel (CDU) vermieden werden.

Damit hat Stoiber die Situation in letzter Sekunde gerettet. Oskar Lafontaine hatte die Herausforderung zu einem Rede-Duell bereits "mit dem größten Vergnügen" angenommen.

Dieser Kampf vor laufenden Kameras, den die Linkspartei in Ostdeutschland stattfinden lassen wollte, hätte drei Gewinner gehabt. Erster Sieger wäre der Fernsehzuschauer gewesen, dem vergnügliche Minuten geboten worden wären. Außerdem wäre die Linkspartei deutlich aufgewertet worden. Und dass Lafontaine als rhetorischer Sieger aus dem Studio gegangen wäre, wird niemand ernsthaft bezweifeln.

Nun zieht Stoiber zurück. Ganz glücklich ist die Lösung mit dem "Print-Duell" nicht. Aber der CSU-Chef hat bereits genug Staub aufgewirbelt. Seine Äußerungen zum Wahlverhalten in Ostdeutschland beschäftigen die Medien seit Tagen. Jetzt noch die Debatte über ein Duell mit Lafontaine - das wäre zu viel gewesen.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent
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