Wahl-Countdown
TV-Dreikampf mit Samthandschuhen und misslungener Champagner-Wette

Joschka Fischer unterstellt Lafontaine persönliche Motive - Westerwelle will über 7,4 Prozent.

DÜSSELDORF. Mit harten Bandagen sollten sich die Spitzenkandidaten der "Kleinen" bearbeiten. Moderatorin Maybrit Illner versprach vor dem ZDF-Streitgespräch eine "absolut spannende Dreier-Kombination". Doch die Endlosschleife von Wahlkampffloskeln und-phrasen erreichte auch diese Sendung. Joschka Fischer, Guido Westerwelle und Oskar Lafontaine blieben an diesem Abend weit unter ihren Möglichkeiten, gaben sich zahm und fast übertrieben höflich. Der Zuschauer vernahm wenig Konkretes, sondern lediglich ein Abspulen altbekannter Wahlkampfslogans.

Einziges Highlight während der 60 Sendeminuten: Die Sticheleien zwischen Fischer und Lafontaine. So warf Fischer dem Ex-SPD-Chef vor, aus persönlichen Motiven als Spitzenkandidat des neuen Linksbündnisses eine erneute rot-grüne Regierung verhindern zu wollen.

Zum Amüsement in der Runde trug schließlich noch ein Wettangebot Lafontaines bei. Er bot Fischer zur Verteidigung seiner Steuer-Argumente gleich eine Kiste Champagner an: "Ich wiederhole, eine richtige volle Kiste." Fischer konterte: "Wenn, dann eine Kiste Bier, Herr Lafontaine. Sie haben wohl vergessen, für welche Partei sie antreten." Lafontaine schwieg nun lieber.

Was blieb dem Wähler am Ende dieses Abends? Die Erkenntnis, dass die Männerfreundschaft zwischen Fischer und Lafontaine im Eimer ist, die Politik die Benzinpreise nicht senken kann und Guido Westerwelle wirklich "selbst FDP wählt" und für die Partei mehr als 7,4% will. Er lieferte auch gleich das beste Resümee: "Das ist doch alles hier Wahlkampfgetöse."

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