Wahl-Countdown
Verkürzter Wahlkampf bringt Werber um ihren Lohn

Vorgezogener Urnengang freut die Post, aber beschert den Kreativen Umsatzeinbußen.

DÜSSELDORF. Wahlen, insbesondere Bundestagswahlen lassen die Kassen einiger Branchen klingeln. In jedem Fall profitiert die Deutsche Post, schließlich werden 50 Millionen Wahlbenachrichtigungen versendet - wobei die 50 000 Briefe für die Wahlberechtigen im Ausland kaum ins Gewicht fallen dürften. Aber auch die Papierindustrie, die Werbemittelhersteller, Druckereien, Werbebranche und Medien gewinnen vor einem Wahlkampf.

Doch diesmal treibt die vorgezogene Bundestagswahl insbesondere den Kreativen tiefe Sorgenfalten auf die Stirn. Schließlich fällt der Wahlkampf drastisch kürzer aus - zu kurz, um richtig abzusahnen. Üblicherweise startet der Kampf um die Wählerstimmen 18 Monate vor einer Bundestagswahl - Zeit satt, in der die Parteien viel Geld für ihre Werbefeldzüge ausgeben können. Jetzt drohen Werbern und Medien durch den verkürzten Schlagabtausch Umsatzeinbußen, weil einige Parteien ihre Budgets eingedampft haben und ihre Kampagnen auf Sparflamme fahren - Wahlkampf light sozusagen. Medienberichten zufolge will die FDP diesmal nur 3,5 Mill. Euro ausgeben - 50 Prozent weniger als sonst. Der Wahlkampf der CDU soll 18. Mill. Euro und damit rund 4 Mill. weniger kosten als bei der Bundestagswahl 2002, schreibt die Partei auf ihrer Homepage und bittet dort auch gleich um Spenden. Die SPD plant immerhin noch recht opulent mit 25 Mill. Euro.

Einen Vorteil jedoch hat der verkürzte Wahlkampf auch für die Werbebranche. Die Parteien müssen sich in ihren Konzepten kurz fassen. Den Kreativen dürften damit diesmal endlose Diskussionen und parteiinternes Kompetenzgerangel erspart bleiben.

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