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Wo die Deutschen sind, ist ganz oben

Warum Köhlers Sorgen unnötig sind: Betrachtungen über Kinder, Kaninchen und Kohlrabi.

BERLIN. Der Bundespräsident hat den Bundestag aufgelöst. Dank der ihm vom Grundgesetz verliehenen Auflösekraft, die viel größer ist als beispielsweise die Fettauflösekraft des neuen Meister Proper. Deshalb ist ja auch Horst Köhler Bundespräsident und nicht Meister Proper. Köhler sagte: "Unsere Zukunft und die unserer Kinder stehen auf dem Spiel... Die bestehende föderale Ordnung ist überholt. Wir haben zu wenig Kinder, und wir werden immer älter."

Der Bundespräsident verlangte also mit anderen Worten: die Abschaffung aller Bundesländer, ein Verbot aller Verhütungsmittel und gezielte Sterbehilfe, bevor unsere Rentenkassen überlastet sind. Und er forderte:"Schauen Sie genau hin." Das habe ich natürlich getan und festgestellt, in diesem Land steht eigentlich alles zum Besten. Wir haben einen Präsidenten mit hoher Fettauflösekraft, und wir hatten bis vor kurzem noch eine Regierung, die fast alles richtig gemacht hat. Sonst wären wir kaum in einem so beneidenswerten Zustand.

So viel Kohlrabi wie bei uns wird in keinem anderen Land der Welt produziert, nämlich um die 40 000 Tonnen. Kohlrabi ist ein zutiefst friedliches Gemüse. Man könnte auch die Blätter des Kohlrabi essen. Aber das überlassen die Deutschen ihren Kaninchen. Nirgendwo gibt es so viele Züchter wie bei uns. Kaninchen sind weich, machen keinen Lärm und vermehren sich. Was wir nicht mehr schaffen, wie Köhler beklagt. Das Kaninchen müsste also ein Vorbild für unser ganzes Volk sein. Wenn wir ab sofort die Blätter des Kohlrabis essen, werden wir auch wieder mehr Kinder bekommen. Die haben dann vielleicht etwas längere Ohren. Aber das sollte uns wirklich nicht stören.

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