Wahl des Bundespräsidenten
SPD will keinen Köhler-Gegenkandidaten

Bundespräsident Horst Köhler kann offenbar mit Unterstützung der Sozialdemokraten rechnen, sollte er für eine zweite Amtszeit zur Verfügung stehen. Die die SPD-Führungsspitze zeigt sich nicht bereit, für die Durchsetzung eines Gegenkandidaten einen „hohen politischen Preis“ zu zahlen.

HB BERLIN. Zwar gibt es noch keine Festlegung, die SPD-Führungsspitze sei aber mehrheitlich der Auffassung, keinen Gegenkandidaten aufzustellen, falls sich Köhler abermals bewerben sollte. Das berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ am Donnerstag.

Unter Berufung auf Parteikreise hieß es, der engere Führungskreis habe erörtert, dass ein SPD-Kandidat „nicht oder allenfalls zu einem zu hohen politischen Preis durchzusetzen sei“.

Einen Gegenkandidaten zu einem Präsidentschaftsbewerber von Union und FDP könne es nur mit den Stimmen der Rechten und der Linken geben.

Eine Unterstützung durch die Linken erscheine der SPD-Führung mit Blick auf die Bundestagswahl im Herbst 2009 nicht opportun. Dies würde als Zeichen für eine rot-rote Koalition im Bund gewertet werden, die man für die nächste Legislaturperiode allerdings strikt ablehne.

Köhler könnte aber nicht mit allen Stimmen der SPD und er Bundesversammlung rechnen. Mehrere SPD-Politiker haben die 2004 bei der Präsidentschaftswahl unterlegene SPD-Kandidatin Gesine Schwan als Herausforderin ins Gespräch gebracht.

Schwan könnte auch wieder mit Unterstützung der Grünen in der Bundesversammlung rechnen. „Wir Grüne haben schon 2004 für Gesine Schwan gestimmt, weil sie eine gute Bundespräsidentin wäre, für den Ausgleich zwischen Ost und West“, sagte die Parlamentarische Geschäftsführerin Irmingard Schewe-Gerigk.

Gut ein Jahr vor der Wahl des Bundespräsidenten haben sich Union und FDP bereits für eine zweite Amtszeit Köhlers ausgesprochen.

Dieser will in den nächsten Wochen sagen, ob er für weitere fünf Jahre zur Verfügung steht. Die Wahl findet am 23. Mai 2009 statt.

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