Wahl des Bundespräsidenten
SPD zaudert bei Kandidatenentscheidung

Werden die Sozialdemokraten Bundespräsident Horst Köhler für eine zweite Amtszeit unterstützen oder am 23. Mai kommenden Jahres einen eigenen Kandidaten oder eine eigene Kandidatin in der Bundesversammlung zur Wahl stellen? Taktierend hat die SPD nun einen parteiinternen Streit auf die lange Bank geschoben.

HB BERLIN. SPD-Chef Kurt Beck hat am Montag im Präsidium einen einstimmigen Beschluss herbeigeführt, zumindest solange zu warten, bis sich Köhler selbst entschieden hat, ob er noch einmal antritt.

Mit dem Respekt vor dem höchsten Amt im Staate solle so verfahren werden, sagte Generalsekretär Hubertus Heil. Dies lässt Interpretationen zu.

Will die SPD nur wissen, ob Köhler sich erneut für eine fünfjährige Amtszeit zur Verfügung stellt, um ihn dann zusammen mit Union und FDP wiederzuwählen? Oder präsentieren die Sozialdemokraten unabhängig von Köhlers Entscheidung eine Persönlichkeit aus ihren Reihen, für deren Wahl die Grünen und vor allem die Partei Die Linke gewonnen werden müssten?

Köhler, so ist zu erwarten, wird seine Entscheidung auch vom Umfang der Zustimmung abhängig machen.

Beck hatte am vergangenen Samstag in Potsdam den engeren Führungskreis zusammengerufen, um Gedanken über den bevorstehenden Zukunftskongress in Nürnberg auszutauschen.

Dabei war auch die Präsidentin der Europa-Universität in Frankfurt (Oder), Gesine Schwan. Bei diesem Treffen wird es auch darum gegangen sein, ob die 64-Jährige eventuell erneut bereit ist, für das Präsidentenamt zu kandidieren.

Bereits 2004 war sie angetreten und hatte ein respektables Ergebnis gegen Köhler erzielt. Jetzt wird sie vor allem von der SPD-Linken ins Spiel gebracht. „Das ist eine Entscheidung, die nicht bei mir liegt“, sagte Schwan der Zeitschrift „Bunte“.

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