Wahl des Präsidiums
SPD lässt eigenen Wirtschaftsexperten fallen

Garrelt Duin sollte als neuer wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion ins Parteipräsidium aufrücken. Doch die 45 Mitglieder des Parteivorstandes versagten dem Vertrauten von Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier ihre Stimme.
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HB BERLIN. Eine Woche nach der Neuwahl der Parteispitze hat die SPD die Neuaufstellung ihrer Spitzengremien abgeschlossen. Die 45 Mitglieder des Parteivorstandes wählten am Montag in Berlin aus ihrer Mitte das Präsidium. Deren künftig 17 Mitglieder bilden den engeren Führungszirkel der Partei. Dem Gremium gehören automatisch der Parteivorsitzende Sigmar Gabriel an, seine vier Stellvertreter, Generalsekretärin Andrea Nahles, Schatzmeisterin Barbara Hendricks und der Europa-Abgeordnete Martin Schulz. Die übrigen neun Mitglieder wurden nun gewählt.

Neu im Präsidium sind nach Angaben aus der Partei der saarländische SPD-Vorsitzende Heiko Maas und seine Kollegen aus Hessen und Bayern, Thorsten Schäfer-Gümbel und Florian Pronold. Auch der Steuer- und Finanzexperte der Bundestagsfraktion, Joachim Poß, die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen und die Baden-Württembergerin Ute Vogt seien neu in den Führungszirkel gewählt worden.

Bestätigt wurden als Präsidiumsmitglieder nach Angaben aus Parteikreisen die Vizevorsitzende der Bundestagsfraktion, Elke Ferner, sowie Schleswig-Holsteins SPD-Chef Ralf Stegner und Thüringens SPD-Chef Christoph Matschie. Der niedersächsische Landesvorsitzende Garrelt Duin unterlag bei der Präsidiumswahl. Den Angaben zufolge erhielt er in einem zweiten Wahlgang weniger Stimmen als Poß und Matschie.

Der 41-jährige Jurist Duin hat die Industriepolitik von Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier (Deutschlandplan) mitentwickelt und kennt die Probleme vieler Unternehmen aus eigener Anschauung: Die Wirtschaft in seiner ostfriesischen Heimat Leer ist geprägt von VW und den Werften. Im kommenden Jahr klärt sich, ob er auch als Spitzenkandidat gegen Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) antreten wird. Der neue Posten soll ihm bei der Profilierung helfen.

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