Wahl in Baden-Württemberg Kretschmanns Stolpersteine

Nach seinem historischen Wahlsieg muss Winfried Kretschmann den Wählern schnelle Ergebnisse liefern. Doch für den grünen Hoffnungsträger dürfte das schwierig werden: Sein Vorgänger hat heikle Altlasten hinterlassen.
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Winfried Kretschmann: Auf den neuen starken Mann in Baden-Württemberg warten einige Problemfälle. Quelle: dapd

Winfried Kretschmann: Auf den neuen starken Mann in Baden-Württemberg warten einige Problemfälle.

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DüsseldorfSeit Sonntag hat Winfried Kretschmann die Macht in Baden-Württemberg. Auch wenn der 62-jährige noch nicht offiziell im Amt ist, mit seinem historischen Wahlsieg hat er die CDU nach 58 Jahren in die Opposition geschickt und wird künftig das Land regieren.

Kretschmanns Aufstieg bedeutet eine Revolution im Ländle: Er ist gegen das umstrittene Bahnhofsgroßprojekt Stuttgart 21, gegen Atomstrom und will den Ausbau erneuerbarer Energien energisch vorantreiben - im Stammland des deutschen Automobilbaus und namhafter Anlagen- und Maschinenbauer, die bislang auf eine sichere Stromversorgung und enge Unterstützung der Landesregierung bauen konnten.

Franz Fehrenbach, Vorstandschef von Bosch, ließ am Montag die Befürchtungen und Skepsis der Wirtschaft gegenüber den neuen Herren in der Stuttgarter Staatskanzlei bereits anklingen: "Eine moderne Verkehrsinfrastruktur, eine auf Erfolg gerichtete Bildungspolitik und eine nachhaltige, bezahlbare Energieversorgung sind entscheidend."

Eine erste Kostprobe von Kretschmanns neuer Macht kam dann am Dienstag: Die Deutsche Bahn (DB) will bis zur Wahl des neuen baden-württembergischen Ministerpräsidenten im Mai keine neuen Fakten beim umstrittenen Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 schaffen. Bis zur Konstituierung der neuen Landesregierung würden keine weiteren Festlegungen getroffen - „weder in baulicher Hinsicht noch bezüglich der Vergabe von Aufträgen“, teilte der bundeseigene Konzern am Dienstag in Berlin mit.

Gegen den Umbau des Bahnhofs hatte es monatelange Proteste gegeben, der scheidende Ministerpräsident Mappus sträubte sich vehement, das Projekt zu beerdigen - doch kaum ist Kretschmann Wahlsieger, erlässt die Deutsche Bahn einen Baustopp.

Kretschmanns Macht scheint schon vor seinem Amtsantritt gewaltig. Doch wer meint, er könne nun mit der ersten grün-roten Koalition "durchregieren", irrt sich. Denn mit großer Macht kommt große Verantwortung - als Regierungschef wird Kretschmann sich anders verhalten müssen, als er als Oppositionspolitiker versprochen hat. Schnelle Erfolge dürften ausbleiben. Denn Kretschmanns Kernversprechen sind mit zu vielen Stolpersteinen und Altlasten aus der Mappus-Zeit belastet. Und die Wirtschaft arbeitet gegen ihn.

Da wäre zunächst das umstrittene Großprojekt Stuttgart 21: Für die fundamentalistischsten unter den Grünen-Anhängern in der Stuttgarter Innenstadt ist das Projekt die Nagelprobe für Kretschmanns Reformwillen. Führende Grünen-Politiker, allen voran der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer, fordern weiter einen dauerhaften Baustopp.

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10 Kommentare zu "Wahl in Baden-Württemberg: Kretschmanns Stolpersteine"

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  • ..... welcher Natur? ......... Joschka Fischer:
    „Deutschland muss von außen eingehegt, und von innen durch Zustrom heterogenisiert, quasi verdünnt werden. ”
    „Deutsche Helden müsste die Welt, tollwütigen Hunden gleich, einfach totschlagen.“
    Jürgen Trittin: „Deutschland verschwindet jeden Tag immer mehr, und das finde ich einfach großartig.”
    Daniel Cohn-Bendit: “Wir, die Grünen, müssen dafür sorgen, so viele Ausländer wie möglich nach Deutschland zu holen. Wenn sie in Deutschland sind, müssen wir für ihr Wahlrecht kämpfen.
    Wenn wir das erreicht haben, werden wir den Stimmenanteil haben, den wir brauchen, um diese Republik zu verändern.”
    Claudia Roth: “Deutsche sind Nichtmigranten, mehr nicht!”
    Grünenvorstand, München:
    „Es geht nicht um Recht oder Unrecht in der Einwanderungsdebatte, uns geht es zuerst um die Zurückdrängung des deutschen Bevölkerungsanteils in diesem Land.”

  • Unabhängig davon ob man ein Grüner, Gelber, Schwarzer, Roter,Knallroter, Grauer ... ist, sind es doch eher die Verhaltensweisen wie der EnBW Deal von Herrn Mappus, der entweder der Vorteilsnahme oder dem Verhindern eines Energieumbaus gedient haben könnte, die diesem Land und damit meine ich nicht nur den 16zehnten Teil nachhaltig schaden und das Wahlvolk zurecht erzürnen. Zu einer anderen Zeit, wäre er dafür gerichtet worden.

  • @prinzeugen, welcher Natur sind Ihre Ängste den Grünen gegenüber. Betreiben Sie ein illegales Atomkraftwerk im Keller, oder verklappen Sie Giftmüll im Dorfbach? Wenn nicht haben Sie auch nichts zu befürchten. Ich bin mir sicher, der zukünftige MP Kretschmann wird BW verantwortungsvoll mit Sinn und Verstand eine zukunftsfähige Perspektive geben.

  • Die grünen Wähler werden schnell feststellen, dass es egal ist welche Partei man in Deutschland wählt. Entweder die Grünen haben Probleme ihr Programm durchzusetzen oder aber sie setzen es durch und belasten den Steuerzahler und Energiekunden zusätzlich. Alle die jetzt große Töne spucken, dass sie für Öko gerne etwas mehr bezahlen, werden irgendwann auch an ihre Schmerzgrenze geraten. Dann kommt das Dilemma der Grünen. Augen zu und durch? Oder handeln mit Vernunft. Für beides ist der grüne Wähler nicht zu haben. Der Grüne ist im Grunde nichts anderes als der Liberale. Er taugt nur in der Opposition. Kommt er an die Macht wird sein schwaches Konzept entlarvt. Ich freue mich schon auf die nächste Strom-, Gas-, und Benzinpreiserhöhung. Die Wähler der Grünen jammern bestimmt am lautesten.

  • Jetzt warten Sie doch mal ab, bevor schon wieder geunkt wird. Die Realitäten werden uns schon alle noch einholen. Übrigens: Schlimmer als Mappus kann es gar nicht werden.

  • Jetzt geben Sie diesem Mann doch bitte mal etwas Zeit. Oder haben Sie keine weiteren Themen mehr,über welche es wert wäre zu berichten.

  • ENBW Mappus
    Mappus hat mit dem ENBW Deal enorme Resourcen des Landes schlicht weg verzockt. Wird er dafür am Ende noch belohnt? Die Kreditvermittlung für den Megadeal hat sein Trauzeuge organisiert. 0,5% Provision dürften in dieser Größenordnung von Krediten wohl üblich sein. Wer hat diese Provision von 20 Mio Euro bekommen?

  • Ich denke, dass Kretschmann es sehr, sehr schwer haben wird, die Erwartungen der Wähler an seine Person zu erfüllen (siehe dazu Umweltpolitik - Grüner Engel EnBW? (http://www.celadoor.com/wp_2011_0030.html)).

    Allein den Umbau von EnBW zum Ökostromanbieter wird er knallhart durchziehen müssen. Er hat allerdings selbst gesagt, dass der Haushalt schwer belastet wird, wenn die Kaufpreisaufwendungen für den Stromriesen nicht durch Dividenden wieder reinkommen. Doch leider kostet ein solcher Umbau in Richtung grüner Strom Milliarden und wird garantieren, dass die Dividende selbst bei sonst positiver Entwicklung nicht reichen kann.

    Ein Dilemma des ersten grünen Ministerpräsidenten wird sein, die wirtschaftlich hervorragende Stellung des Bundeslandes zu erhalten und dennoch ökologischen Umbau in finanziell tragfähigem Rahmen stattfinden zu lassen. Man müsste ihm dazu Schuldenaufnahme gestatten, was bei dem Großteil des Wählervolks im solide wirtschaftenden BaWü bezweifelt werden darf.

  • ... genau so ist es. Jetz kommt ganz schnell Entzauberung.

  • 1. Sind die Grünen lediglich in der Regierung! Aber an der Macht sind sie beileibe nicht! Mit nur 24,2 % bist du nicht mal stärkste Fraktion, da hast du es schwer genug!
    2. Jetzt schon alibi-mäßig auf die "Altlasten" zu verweisen, deutet darauf hin, dass die Kameraden selbst wissen, dass sie nicht viel bewegen werden. Die Öko-Stalinisten dürften bald entzaubert sein!

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