Wahl in Dresden
Fast zehn Prozent für Pegida-Kandidatin

Der CDU hat den Oberbürgermeisterposten in Dresden verloren. Weil kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichte, wird es im Juli einen zweiten Wahlgang geben. Fast jeder zehnte Wähler stimmte für die Pegida-Bewerberin.
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DresdenBei der Oberbürgermeister-Wahl in Dresden hat die CDU am Sonntag eine deutliche Schlappe erlitten. Sachsens Innenminister Markus Ulbig, der für die Christdemokraten antrat, landete laut vorläufigem Endergebnis abgeschlagen auf Platz drei. Die meisten Stimmen erhielt die SPD-Politikerin Eva-Maria Stange. Pegida-Kandidatin Tatjana Festerling holte fast zehn Prozent. Da kein Bewerber die absolute Mehrheit erreichte, ist im Juli ein zweiter Wahlgang nötig.

Nach Auszählung aller 445 Wahlbezirke kam die sächsische Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange, die als gemeinsame Kandidatin von SPD, Linken, Grünen und Piraten antrat, auf 36 Prozent. Der amtierende Erste Bürgermeister Dirk Hilbert (FDP), der als unabhängiger Kandidat für den „Verein unabhängige Bürger von Dresden“ ins Rennen ging, erreichte 31,7 Prozent. Ulbig bekam lediglich 15,4 Prozent der Stimmen. Damit verliert die CDU nun mit Dresden eine weitere Großstadt.

Ulbig hatte in den vergangenen Monaten wegen der Asylpolitik der Landesregierung und des Umgangs mit Pegida in der Kritik gestanden. Die Kommunen warfen dem Innenministerium mangelnde Kommunikation bei der Unterbringung von Asylbewerbern vor. Die Opposition wiederum hielt Ulbig im Zusammenhang mit Pegida eine „Verharmlosungsstrategie“ vor.

Fast jeder zehnte Wähler stimmte für die Kandidatin der anti-islamischen Pegida-Bewegung, die seit Monaten mit ihren Kundgebungen in der sächsischen Landeshauptstadt für Schlagzeilen sorgt. Festerling bekam dem vorläufigem Endergebnis zufolge 9,6 Prozent der Stimmen. Das ehemalige AfD-Mitglied trat regelmäßig auf den wöchentlichen Pegida-Kundgebungen auf, wo sie unter anderem vor einer „Asylflutung“ warnte. In den Umfragen vor der Wahl hatte Festerling, die auch von der rechtsextremen NPD unterstützt wurde, nur bei etwa zwei Prozent gelegen.

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Pegida hat sich seit der Spaltung deutlich radikalisiert

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  • Lieber Herr Knoll, wieso sollte man bei Lügen oder Falschberichten sachlich argumentieren,
    Handelsblatt und Co. sollten froh sein über jeden der hier noch was liest, und das sind die auch.
    Schauen Sie sich bitte mal die Käuferzahlen der Qualitätspresse an, die kennen nur eine Richtung und zwar nach unten, woher das wohl kommt ?.
    Viele die hier kommentieren arbeiten die ganze Woche und brauchen keine Sandsäcke, Gutmenschen haben da meißt Defizite und viel Tagesfreizeit.

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