Wahl in Dresden

Fast zehn Prozent für Pegida-Kandidatin

Der CDU hat den Oberbürgermeisterposten in Dresden verloren. Weil kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichte, wird es im Juli einen zweiten Wahlgang geben. Fast jeder zehnte Wähler stimmte für die Pegida-Bewerberin.
Update: 07.06.2015 - 22:57 Uhr 11 Kommentare
Fast jeder zehnte Wähler stimmte für die Kandidatin der anti-islamischen Pegida-Bewegung, die seit Monaten mit ihren Kundgebungen in der sächsischen Landeshauptstadt für Schlagzeilen sorgt. Quelle: AFP
Tatjana Festerling

Fast jeder zehnte Wähler stimmte für die Kandidatin der anti-islamischen Pegida-Bewegung, die seit Monaten mit ihren Kundgebungen in der sächsischen Landeshauptstadt für Schlagzeilen sorgt.

(Foto: AFP)

DresdenBei der Oberbürgermeister-Wahl in Dresden hat die CDU am Sonntag eine deutliche Schlappe erlitten. Sachsens Innenminister Markus Ulbig, der für die Christdemokraten antrat, landete laut vorläufigem Endergebnis abgeschlagen auf Platz drei. Die meisten Stimmen erhielt die SPD-Politikerin Eva-Maria Stange. Pegida-Kandidatin Tatjana Festerling holte fast zehn Prozent. Da kein Bewerber die absolute Mehrheit erreichte, ist im Juli ein zweiter Wahlgang nötig.

Nach Auszählung aller 445 Wahlbezirke kam die sächsische Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange, die als gemeinsame Kandidatin von SPD, Linken, Grünen und Piraten antrat, auf 36 Prozent. Der amtierende Erste Bürgermeister Dirk Hilbert (FDP), der als unabhängiger Kandidat für den „Verein unabhängige Bürger von Dresden“ ins Rennen ging, erreichte 31,7 Prozent. Ulbig bekam lediglich 15,4 Prozent der Stimmen. Damit verliert die CDU nun mit Dresden eine weitere Großstadt.

Ulbig hatte in den vergangenen Monaten wegen der Asylpolitik der Landesregierung und des Umgangs mit Pegida in der Kritik gestanden. Die Kommunen warfen dem Innenministerium mangelnde Kommunikation bei der Unterbringung von Asylbewerbern vor. Die Opposition wiederum hielt Ulbig im Zusammenhang mit Pegida eine „Verharmlosungsstrategie“ vor.

Fast jeder zehnte Wähler stimmte für die Kandidatin der anti-islamischen Pegida-Bewegung, die seit Monaten mit ihren Kundgebungen in der sächsischen Landeshauptstadt für Schlagzeilen sorgt. Festerling bekam dem vorläufigem Endergebnis zufolge 9,6 Prozent der Stimmen. Das ehemalige AfD-Mitglied trat regelmäßig auf den wöchentlichen Pegida-Kundgebungen auf, wo sie unter anderem vor einer „Asylflutung“ warnte. In den Umfragen vor der Wahl hatte Festerling, die auch von der rechtsextremen NPD unterstützt wurde, nur bei etwa zwei Prozent gelegen.

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11 Kommentare zu "Wahl in Dresden: Fast zehn Prozent für Pegida-Kandidatin"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Lieber Herr Knoll, wieso sollte man bei Lügen oder Falschberichten sachlich argumentieren,
    Handelsblatt und Co. sollten froh sein über jeden der hier noch was liest, und das sind die auch.
    Schauen Sie sich bitte mal die Käuferzahlen der Qualitätspresse an, die kennen nur eine Richtung und zwar nach unten, woher das wohl kommt ?.
    Viele die hier kommentieren arbeiten die ganze Woche und brauchen keine Sandsäcke, Gutmenschen haben da meißt Defizite und viel Tagesfreizeit.

  • Sie Buschmann, stimmt, in DE ist es höher!

  • Zitat: "Es gibt offenbar in Deutschland ein zweistelliges Wählerpotential für eine bürgerliche Partei rechts von der Union."

    Dresden ist nicht Deutschland!!

    zum Glück!

  • Die Folgen linker Politik: Duisburg-Marxloh, Berlin-Neukölln, Berlin-Wedding, Hamburg-Billstedt u. v. m.


    Wohin li n k e Politik im Stile von SPD, Grüne u. Linke* führt, sieht man in Duisburg-Marxloh, Berlin-Neukölln, Berlin-Wedding, und die vielen, vielen, vielen anderen "Problemviertel" und "Brennpunktviertel" in Deutschland.

    Wer eine Erinnerungshilfe braucht, wie es in diesen Orten zugeht, und wie die zur Minderheit verdrängten Deutschen und Europäer dort behandelt werden, kann sich diese Filmberichte ansehen:

    https://www.youtube.com/watch?v=5vjJSC970V0

    https://www.youtube.com/watch?v=7OjZ1va7Mro

    https://www.youtube.com/watch?v=cRtgbrv4kPM

    Diese drei Filme enstanden zwischen 2009 und 2011 - also vor Beginn der neuen, großen Asylbewerberschwemme - die die bestehenden Probleme nur noch weiter verschärfen wird.

  • Lügenmedien, Lügenpresse. Da sind sie wieder die uns so leibgewordenen Begriffe. Ich frage mich nur, warum all diejenigen die hier über die Lügenpresse schimpfen, sie dennoch lesen und vor allem darin kommentieren. Da kommt ein wenig der Verdacht auf, dass es gar nicht darum geht sachlich zu argumentieren, sondern einen tief verwurzelten Frust loszuwerden. So etwas nennt man Querulantentum der besten Sorte.

    Liebe strahlenden Ritter, die ihr gegen die Lügenpresse kämpft: vielleicht wäre es ja besser wenn ihr euch an einem Sandsack abarbeitet, definitiv besser für die Leser wäre es wenn ihr die Lügenpresse durch eure Abwesenheit bestraft.

  • Lucke hatte wirklich Großes vor, und ich habe ihm viel zugetraut, als hochgebildeter wirtschaftsliberaler Geist lebt(e) er aber viel zu sehr in seiner eigenen Welt. Richtig, hier gibt es ein 2stelliges konservatives Potential von Wählern, die von der Union und dem Rest des Blockparteiensystems schäbigst verraten wurden. Lucke scheitert an der naiven Vorstellung, er könne ausreichend Stimmen von gleichgesonnen Professoren erhalten und die wahren Konservativen nicht als Wähler brauchen Das geht schief!

  • Volle Zustimmung von mir.

    Es gibt offenbar in Deutschland ein zweistelliges Wählerpotential für eine bürgerliche Partei rechts von der Union.

    Es ist jammerschade, daß Herr Lucke von der AfD die Zeichen der Zeit nicht erkennt und auf krankhaft-krampfhafte Abgrenzung und Ausgrenzung setzt. An und für sich wären Pegida und AfD natürliche Verbündete.

    Man wird sehen, ob es der AfD doch noch gelingt, den selbstzerstörerischen Luckekurs zu überwinden und als parlamentarische Sammlungsbewegung der verschiedenen bürgerlichen Proteste von libertär bis nationalliberal zu wirken.

    Wenn sie an dieser ihrer historischen Aufgabe scheitert, werden, da das Wählerpotential offenbar groß genug ist, andere diese Aufgabe übernehmen.

    Die verleumderische Nazikeule der Lügenpresse und der Altparteien hat ihre Macht verloren wie einst der inflationär gebrauchte Bannfluch des Papstes im späten Mittelalter.

  • Die Verwirrung bei den linken Blockparteien und ihren medialen Speichelleckern und Hofnarren muß schon groß sein, wenn immer noch nicht zur Kenntnis genommen wird, wie gründlich immer mehr Menschen sie (und Sie!!) satt haben! Das Prinzip Honecker? Der saß in seinem Lampenladen und wollte es bis zuletzt nicht wahrhaben, daß er "fertig hatte"! "Anti-islamisch"? Dieser Begriff hätte auch von der Aktuellen Kamera stammen können. Soll das immer noch ein Schimpfwort und negativ besetzt sein? Für mich ist es das nicht, sondern ein Attribut für den Geist der Demokratie, die sich eben nicht über einen längeren Zeitraum außer Kraft setzen läßt- nicht einmal von den Lügenmedien!

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