Wahl in Hamburg
Herbe Schlappe für die CDU?

Die Hamburger Bürger wählen heute eine neuen Bürgerschaft. Alle Prognosen sehen die SPD klar vorne. Schafft Spitzenkandidat Olaf Scholz die absolute Mehrheit?
  • 0

In Hamburg strömen die Bürger in die Wahllokale. Heute steht die vorgezogene Bürgerschaftswahl geöffnet. Zum Auftakt des Superwahljahres 2011 mit insgesamt sieben Landtagswahlen sind rund 1,3 Millionen Bürger in der Hansestadt zur Stimmabgabe aufgerufen. Meinungsforscher rechnen nach dem Bruch der schwarz-grünen Koalition mit einer SPD-Mehrheit.

Bis zum Mittag hatte sich knapp ein Drittel der Wahlberechtigten beteiligt. Das Landeswahlamt veröffentlichte für 12 Uhr eine Hochrechnung zu einer Beteilgung von 31,6 Prozent (2008: 31,9 Prozent). Sie schließt eine geschätzte Briefwahlbeteiligung von 16,8 Prozent ein. 2008 betrug die abschließende Wahlbeteiligung 63,5 Prozent. Die Wahllokale haben bis 18 Uhr geöffnet.

Umfragen lassen für die SPD mit ihrem Spitzenkandidaten Olaf Scholz sogar eine absolute Mehrheit möglich erscheinen, während der CDU unter Bürgermeister Christoph Ahlhaus das schlechteste Ergebnis seit Kriegsende droht. Sollte Scholz die absolute Mehrheit verpassen, will er mit den Grünen - in Hamburg GAL genannt - regieren.  Es ist bereits das fünfte Mal seit 1982, dass Hamburgs Bürger vorzeitig an die Wahlurnen gerufen werden. Diesmal ist die GAL dafür verantwortlich, die Ende November 2010 aus Deutschlands erster schwarz-grüner Koalition auf Landesebene ausgestiegen ist. Nach dem Rücktritt von Bürgermeister Ole von Beust hatte der Neustart mit Ahlhaus nicht funktioniert.

Wegen des neuen Wahlrechts - Hamburgs Bürger haben für die Wahl der Bürgerschaft und der Bezirksversammlungen erstmals 20 Stimmen - wird mit einer ersten Hochrechnung erst gegen 20.00 Uhr gerechnet. Ein vorläufiges Endergebnis zur Sitzverteilung im Parlament des Stadtstaates wird nicht vor Mitternacht erwartet.  Bei der Bürgerschaftswahl 2008 kam die CDU auf 42,6 Prozent. Die SPD erreichte 34,1, die Grünen 9,6 und die Linken 6,4 Prozent. Die FDP scheiterte wie 2004 an der Fünf-Prozent-Hürde.

Gewählt werden in diesem Jahr außerdem die Parlamente in Sachsen-Anhalt (20. März), Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz (27. März), Bremen (22. Mai), Mecklenburg-Vorpommern (4. September) und Berlin (18. September).

Fünf Wochen vor der Wahl in Baden-Württemberg hätte eine grün-rot-rote Koalition laut Umfrage eine Mehrheit im neuen Landtag. Zwar konnten die Regierungsparteien CDU und FDP ihren gemeinsamen Vorsprung auf die grün-rote Opposition ausbauen. Allerdings schafft bei der Emnid-Umfrage auch die Linke den Sprung in den Landtag, so dass eine grün-rot-rote Koalition eine knappe Mehrheit vor Schwarz-Gelb hätte.  Bei der Umfrage für das Nachrichtenmagazin „Focus“ kam die CDU auf 40 und die FDP auf 7 Prozent der Stimmen - genau wie in der Vorwoche.

Die Grünen verloren hingegen erneut zwei Prozentpunkte und kamen auf 23 Prozent. Die SPD gewann einen Punkt hinzu und erreichte 20 Prozent. Die Linke wollten 5 Prozent der Befragten wählen, das ist ein Prozentpunkt mehr als vor einer Woche - die Partei wäre somit im Landtag vertreten.  Die derzeitigen Regierungsparteien CDU und FDP kämen zusammen auf 47 Prozent der Stimmen, Grüne und SPD hätten 43 Prozent. Eine mögliche Koalition aus Grünen, SPD und Linke käme auf 48 Prozent. Das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid hatte 1000 repräsentativ ausgewählte Wahlberechtigte in Baden-Württemberg befragt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Wahl in Hamburg: Herbe Schlappe für die CDU?"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%