Wahl in Schleswig-Holstein
(K)ein TV-Duell der Spitzenkandidaten

Die Spitzenkandidaten in Schleswig-Holstein treffen sich zum Wahlkampf im Fernsehstudio: De Jager und Albig werben im TV-Duell um Stimmen. Heiß her ging es dabei allerdings nicht: Der Zweikampf blieb spannungsarm.
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KielVier Tage vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein haben sich die Spitzenkandidaten von CDU und SPD ihr mit Spannung erwartetes Fernsehduell geliefert. Der verbale Schlagabtausch zwischen CDU-Bewerber Jost de Jager und SPD-Konkurrent Torsten Albig im NDR-Fernsehen blieb am Mittwochabend moderat im Ton. In der Haushalts- und Bildungspolitik sowie im Hinblick auf eine mögliche „Dänen-Ampel“ aus SPD, Grünen und SSW (Südschleswigscher Wählerverband) offenbarten sich aber klare Differenzen.

Der bisherige Kieler Oberbürgermeister Albig sagte, der Wahlkampf sei gut und sachlich gelaufen, bis die CDU den Eindruck erweckt habe, der mögliche SPD-Koalitionspartner SSW könnte eine Partei minderer Qualität sein. De Jager widersprach, betonte aber, eine „Dänen-Ampel“ wäre kein stabiles Bündnis für Schleswig-Holstein, sondern stünde für mehr Schulden sowie eine Politik gegen Gymnasien. Albig bekannte sich zum Ziel, solch ein Bündnis zu bilden, für das es aber knapp werden dürfte. Er wolle Rot-Grün plus SSW zu einer stabilen Mehrheit bringen. Im Übrigen zeige Schwarz-Gelb, dass man auch mit einer Mehrheit von einer Stimme ganz solide agieren könne.



Mir graut vor gar kein demokratischen Lösung“, sagte Albig auf die Frage nach einer möglichen großen Koalition. De Jager wich der Frage aus, ob eine große Koalition die einzige realistischste Machtoption für die CDU sei. Sie will erreichen, dass ohne die CDU keine Regierung gebildet werden kann. Möglich wären Koalitionen mit der SPD oder mit den Grünen und dem bisherigen Regierungspartner FDP („Jamaika“). Die FDP hat nach den Umfragen wieder gute Chancen, im Landtag zu bleiben. Die Piratenpartei kann hoffen, mit einem guten Ergebnis erstmals in Parlament zu kommen.

„Es gibt keine Tabubereiche“, sagte Albig zum Thema Sparen. De Jager hielt ihm vor, er sei nur konkret, wenn es ums Geldausgeben gehe, sage aber nicht konkret, wo gespart werden soll und flüchte sich ins Wolkige. Die SPD plane zusätzliche Ausgaben von 300 Millionen Euro. Albig konterte, Politik müsse mit Gestaltungswillen und Gestaltungskraft gemacht werden und nicht mit der Attitüde eines Mathematikers. In dem einstündigen TV-Duell blieben verletzende Attacken aus. Wenn de Jager etwas forscher angriff, reagierte Albig betont ruhig.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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