Wahl-Kampagne
Wie Künast Wowereit vom Sockel stürzen will

Die Berliner Grünen wollen den amtierenden Bürgermeister Wowereit aus dem Roten Rathaus vertreiben. Wie, das verriet heute Spitzenkandidatin Künast bei der Vorstellung der Wahl-Kampagne.
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Zwei Monate vor der Abgeordnetenhauswahl stellte die Partei am Mittwoch die Wahlkampagne vor, mit der Spitzenkandidatin Renate Künast den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit nach zehn Amtsjahren ablösen will. Die Grünen setzen demnach auf den Dreiklang Bildung, Arbeit und Klima.

Den populären SPD-Politiker will Künast nicht mit Imagefragen, sondern „mit den ungelösten Problemen dieser Stadt“ konfrontieren. Die Grünen stellen ihre Kampagne unter das Motto „Da müssen wir ran!“. In Umfragen liegt die Partei seit zwei Monaten hinter der SPD, der sie bisher nur den Rang ablaufen konnte, als im Herbst und im Frühjahr die Atomkraft die Schlagzeilen beherrschte.

„Es wird nicht nur das eine Thema geben“, sagte Künast. „Dieser Wahlkampf wird sich um Bildung, Arbeit und Klima drehen. Das sind die Aufreger des Alltags.“ Berlin trage die Rote Laterne bei den Arbeitslosenzahlen und Schulabbrechern. Als „sehr dringliches“ Thema würden von 65 Prozent der Berliner Unterrichtsausfall und Lehrermangel genannt.

Die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion will die SPD dort attackieren, wo die Sozialdemokraten die Kernkompetenz beanspruchen. „Sozial und gerecht für Berlin“ heißt es auf dem Kopfplakat mit Künast, das wie fünf Themenplakate ab Ende Juli tausendfach in Berlin geklebt werden soll. Für ihren Wahlkampf haben die Grünen bereits jetzt mit 1,1 Millionen Euro mehr als doppelt soviel eingeplant wie vor fünf Jahren.

Gewählt wird das Abgeordnetenhaus am 18. September. Nach Baden-Württemberg ist Berlin das zweite Land, in dem die Grünen das Amt der Regierungschefin anstreben. Die Chancen dafür sind ungewiss. Ihr Wahlergebnis von 13 Prozent im Jahr 2006 könnten sie nach Umfragen zwar in etwa verdoppeln. Die SPD, die seit zehn Jahren mit der Linkspartei regiert, liegt aber vor den Grünen.

Kämen die Grünen nur als Zweite über die Ziellinie, könnte Künast nach derzeitigem Stand allenfalls als Chefin einer grün-schwarzen Koalition ins Rote Rathaus einziehen. Die Grünen haben ein solches Bündnis nicht ausgeschlossen. Die jüngste Umfrage von Infratest dimap ließ aber den Abstand zur auf Platz Drei rangierenden CDU schmelzen: Die Umfrage von Anfang Juli sah die SPD bei 29 Prozent vor den Grünen (24), der CDU (23) und der Linkspartei (14). Die FDP würde mit drei Prozent scheitern. Eine kaum ältere Forsa-Umfrage sah die SPD bei 31 Prozent vor den Grünen (27), der CDU (18) und der Linkspartei (11).

Kommentare zu " Wahl-Kampagne: Wie Künast Wowereit vom Sockel stürzen will"

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  • Bildung, Arbeit und Klima
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    Bildung? Die gibts mit den Grünen nun wahrlich nicht mehr.
    Da gibt es die Einheitsschule, d. h. alle rein, einmal umrühren und alle haben Abi.
    Das Niveau wid natürlich extrem weiter nach unten gefahren und dem Dümmsten angepaßt.
    Und Arbeit? Ja Zwangsarbeit und Billiglöhner und viele Billigpolen. Ganz so wie die kapitalistischen Grünen das in der Rot-Grünen Koalition isntalliert haben
    Gute Nacht Deutschland
    Deutschland schafft sich ab

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