„Wahlarena“

Angela Merkel verärgert Homosexuelle

Angela Merkel stand in der ARD-Sendung „Wahlarena“ Rede und Antwort. Ihre Äußerungen über das Adoptionsrecht für Homosexuelle stieß dabei auf Unverständnis. Die SPD und der Lesben- und Schwulenverband zeigen sich empört.
18 Kommentare
Angela Merkel in der ARD-Sendung „Wahlarena“. Quelle: dpa

Angela Merkel in der ARD-Sendung „Wahlarena“.

(Foto: dpa)

BerlinDie SPD und der Lesben- und Schwulen-Bundesverband haben empört auf Äußerungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zum eingeschränkten Adoptionsrecht für Homosexuelle reagiert. SPD- Generalsekretärin Andrea Nahles warf Merkel am Dienstag in Berlin eine Diskriminierung von Lesben und Schwulen vor. Merkel habe am Montagabend in der ARD-Sendung „Wahlarena“ „völlig argumentationsfrei ihre persönlichen Vorurteile offenbart“, meinte Nahles.

In der Sendung mit 150 Wählern, die die Kanzlerin direkt befragen konnten, hatte ein bekennender Homosexueller Merkel mit der Ablehnung der vollen Gleichstellung von Homo-Paaren bei Adoptionen durch ihre CDU konfrontiert. Merkel antwortete: „Ich sage Ihnen ganz ehrlich, dass ich mich schwertue mit der kompletten Gleichstellung (...) Ich bin unsicher, was das Kindeswohl anbelangt.“ Sie wolle das sagen dürfen, ohne damit Menschen diskriminieren zu wollen. Der Mann entgegnete, auch ihm und seinem Partner gehe es um das Kindeswohl.

Nahles sagte, das Bundesverfassungsgericht habe die Regierung sechsmal in Folge in der Frage der Gleichberechtigung korrigiert. Die SPD ist für die Ehe von Homosexuellen mit voller Gleichstellung beim Adoptionsrecht und beim Steuerrecht.

Der Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD), Axel Hochrein, erklärte: „Die Kanzlerin konnte in der ARD-Wahlarena für ihre Ablehnung des Adoptionsrechtes für gleichgeschlechtliche Paare kein einziges Argument nennen, außer dass sie sich bei dem Thema persönlich schwertue.“ Er verwies auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, wonach Unterschiede zwischen Ehe und eingetragener Lebenspartnerschaft, die die ungleiche Ausgestaltung der Adoptionsmöglichkeiten rechtfertigen könnten, nicht bestünden. Maßstab sei die Verfassung und nicht ein persönliches Bauchgefühl.

  • dpa
Startseite

18 Kommentare zu "„Wahlarena“: Angela Merkel verärgert Homosexuelle"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Nunja, solange es eine katholische Kirche mit 1,1 Milliarden Mitgliedern und der Vermögensausstattung mehrerer Dutzend Großkonzerne gibt, würde ich mir nicht wirklich Sorgen darüber machen, dass es keine schlagkräftigen Verbände gäbe, welche die Meinung der "Normalen" vertreten.

  • "klar ist auch, dass so eine Beziehung oft nicht sehr langlebig ist..bzw sich Männer sehr schnell Betrügen usw"

    ---

    Ach ja, das ist klar?

    In dieser Weltsicht ist dann womöglich auch "klar", dass Neger dumm und faul sind, Frauen nicht logisch denken können, Ausländer nur betrügen, Polen nur stehlen, Politiker nichts taugen, Chinesen keine eigenen Ideen haben und Alte nur der Gesellschaft zur Last fallen.

    Aber nehmen wir doch einfach mal an, es sei so.

    Was machen wir denn dann mit den heterosexuellen Paaren, die sich nicht treu sind und deren Beziehung vorzeitig auseinandergeht? Dürfen die Kinder haben?

    Klar dürfen sie. Und keiner hat seltsame Vorstellungen darüber, dass deren Kinderwunsch "sehr egoistisch" sei.

  • Anonym
    dem kann ich voll und ganz zustimmen.

  • tommy
    nein!!!! Normale haben keinen Verband.
    Verbäde und zar jede Menge, haben bei uns nur Minderheiten und nutzen das auch weidlich aus.
    Eltern soll es ja auch bald nicht mehr geben. Nach Geburt kommt das Kind gleich in die sozialistische Staatsbetreuung, genannt KITA
    Und der Begriff Mutter wird demnächst ganz sicher zum Schimpfwort erklärt
    Den Grünen und Oberlinken der SPD ist das gedankt

  • Hallo Zusammen,
    ich kann die Argumentation von Angela Merkel durchaus nachvollziehen, auch wenn ich selbst homosexuell bin. Habe auch größte Bedenken, dass sich ein Kind bei z.B. zwei Männern genau so gut entwickelt, wie bei einem Heterosexuellen Paar, denn das Kind muss sich in der Schule oder sonst wo anhören, warum hast Du denn zwei Papis, was machen die usw..es ist für das Kind schwierig das auszuhalten. Dass ein homosexuelles Paar ein Kind genauso gut erziehen kann, daran gibt es keinen Zweifel...aber klar ist auch, dass so eine Beziehung oft nicht sehr langlebigh ist..bzw sich Männer sehr schnell Betrügen usw und auch das würde ein Kind mitbekommen. Der Wunsch ist meines Erachtens sehr egoistische...denn in der Tat..man kann nicht alles haben.

  • Die Unterstellung, die hier stattfindet, ist diejenige, dass das Sexualverhalten der Eltern etwas mit dem Eltern-Kind-Verhältnis zu tun hat.

    Wenn das so wäre, dann müssten Kinder aus (heterosexuellen) Familien, deren Eltern gerne Vibratoren und Dildos benutzen sich auffällig anders verhalten, als diejenigen, deren Eltern lieber bei Kuschelrock Sex haben und diese wieder anders, als diejenigen, welche nur in frisch gestärkter weißer Bettwäsche ihren ehelichen Pflichten nachkommen.

    Kindern ist herzlich egal, was ihre Eltern sexuell erregt.

    Kindern ist wichtig, dass sie verlässliche Bezugspersonen haben, die sich um sie kümmern und die ihre Bedürfnisse erfassen und kindgerecht befriedigen. Von denen Sie als wertvolle Menschen um ihrer selbst Willen wahrgenommen und geachtet werden und denen sie wichtig sind.

    Was das mit sexuellen Beziehungen und "wissenschaftlichen Messungen" von deren Verschiedenartigkeit zu tun haben soll, erschließt sich niemandem.


    Nebenbei: Auch lesbische Beziehungen sind homosexuell. Sie treten nur deshalb in der Adoptionsdiskussion in den Hintergrund, weil lesbische Frauen ihre Kinder einfach selbst bekommen und nicht auf Adoption angewiesen sind.

  • Homosexualität ist angeboren

    Ist das so? Oder ist das nur teilweise so? Warum ist es dann gewissen Menschen möglich die sexuelle Präferenz zu ändern während ihres Lebens?

    Weil die alle erst nach X Jahren festgestellt haben, dass sie eigentlich auf ein anderes Geschlecht abfahren?

    Das Thema ist wesentlich vielschichtiger.

  • Diesem heterosexuellen Paare unterstellt niemand, sie seien "aufgrund ihrer Neigung" zur Erziehung von Kindern ungeeignet. Den beiden Männern jedoch sehr wohl.
    ________________

    Irgendwie findet hier schon die Unterstellung statt, dass homosexuelle Beziehungen genauso wären wie heterosexuelle. Dies ist nicht richtig, da die Interaktionen anders sind (wissenschaftlich gemessen und erwiesen).
    Es sind ja sogar lesbische Beziehungen von der Qualität vollkommen anders wie homosexuelle Beziehungen, da lesbische Beziehungen wesentlich symbiotischer sind und aufgrund dessen eine kürzere durchschnittliche Lebensdauer haben wie zB. Heterobeziehungen.

    Auch gibt es wesentliche Unterschiede wie zB. die Sexualität gelebt wird in Durchschnittshomobeziehungen im Vergleich mit Heterobeziehungen.

    Wir sollten schon mal auf dem Boden der Tatsachen bleiben, was das betrifft. Ein Kind ist keine Handtasche oder Auto, das man sich zulegt.

    Don't shoot the messenger, weil alles belegbar und nicht auf meinem Mist gewachsen.

  • Da der Post von "tawat" mittlerweile verschwunden ist, hier aus meiner Erinnerung für die Nachwelt: "Die schwulen Paare suchen ja nur ein knackigen Knaben für sich frisch aus dem Waisenhaus"

  • @ 007:

    Die amerikanische Verfassung existiert seit 1789. Die Gleichstellung von "Negern" begann erst, sehr vorsichtig, in dern 50er Jahren.

    Spät - aber gut!

    Es mag als Schock für Manche kommen, aber eine Mann und eine Frau gehen oftmals (Scheidungsquote derzeit über 50%) eine nur kurzzeitige Ehe ein.

    Und diese Ehe ist (Pfui!) "auch geschlechtlicher Natur".

    Diesem heterosexuellen Paare unterstellt niemand, sie seien "aufgrund ihrer Neigung" zur Erziehung von Kindern ungeeignet. Den beiden Männern jedoch sehr wohl.

    So sieht Diskriminierung und Vorurteil aus.

    Es ist nicht weit entfernt von den vielen amerikanischen Abhandlungen in den 20er Jahren, die behaupteten, "Neger" seien wegen ihrer Faulheit und ihrem exzessiven Sexualtrieb eine ständige Gefährdung für die Sittlichkeit weißer Frauen und ungeeignet für den Staatsdienst.

    Im Übrigen lässt sich eine schreiende Ungerechtigkeit korrigieren und abschaffen, ohne dass damit der Untergang des Abendlandes besiegelt würde. Im Gegenteil ist die Unabhängigkeit von ewigen gottgegebenen Moralkodices und die daraus resultierende Fähigkeit, Wertungsfehler einzusehen und zu korrigieren eine der zentralen Stärken das abendländisch säkularisierten Rechtsstaates.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%