Wahlchancen in Berlin
„Keiner weiß, wozu die CDU eigentlich da ist“

Die Berliner CDU bietet viel auf, um Wowereit vom Regierungsthron zu stoßen. Doch ihr Programm verfängt nicht beim Wähler. Spitzenkandidat Henkel könnte Rückenwind von Merkel vertragen, doch der kommt nicht.
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BerlinKrawattenlos, mit offenem, aber akkurat geknöpftem weißen Hemd und dunkelblauem Sakko betritt Frank Henkel das Plenum im Berliner Rathaus Schöneberg. Sein Outfit soll Lockerheit ausstrahlen. Der CDU-Mann will nicht immer nur als der Hardliner gesehen werden, der die innenpolitische Keule schwingt, wenn es um Sicherheit in der Hauptstadt geht. Er kann auch anders, das will er zeigen. Besonders heute. Denn Henkel und die anderen Spitzenkandidaten debattieren mit Jugendlichen. Nicht gegeneinander, sondern nacheinander müssen die Frontleute dem Wählernachwuchs Rede und Antwort stehen.

Und so ganz wird Henkel das Thema Sicherheit dann doch nicht los. Er muss erklären, warum er 250 zusätzliche Polizisten auf der Straße Berlins sehen will. Er verweist auf die Autobrandstiftungen und darauf, dass mit Hilfe der Bundespolizei schon mal erste Erfolge erzielt wurden. Doch diese Erfolge könne Berlin auch alleine erzielen – ohne die Hilfe des Bundes. Dafür sei aber mehr Polizei erforderlich. den Jugendlichen leuchtet die Logik des CDU-Manns nicht wirklich ein, weil sie nicht erkennen können, wie die Stadt mit 250 Polizeibeamten mehr sicherer werden soll.

20 Minuten lang geht es um diese eine Frage. Und Henkel gibt seine Positionen nicht preis. Er bleibt bei seiner Forderung – auch wenn ihm viele der Jugendlichen nicht folgen mögen. Dann ist Schluss. CDU-Mann Henkel darf dann noch kurz sagen, dass er die Debattier-Aktion „mutig“ und „würzig“ findet. Mit Applaus wird er verabschiedet. Richtig gezündet hat sein Auftritt aber wohl nicht. Henkel sei zwar „ein Netter“, aber er überzeuge nicht mit seinem Programm, meint einer der jugendlichen Zuhörer.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum die Berliner CDU alles gibt und doch nicht so recht vom Fleck und an den SPD-Spitzenkandidaten und amtierenden Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, heran kommt. Quasi im Alleingang – und das ohne großen Wahlkampfstress und der Angst, es könnte doch noch etwas schief laufen – bewegt sich der SPD-Mann Richtung Sieg. Henkel dagegen, der CDU-Kandidat, weiß, dass er die Wahl nicht gewinnen kann. Er kann das Ausmaß der Niederlage allenfalls begrenzen. Gegen Wowereit hat er keine Chance. Das liegt aber nicht nur an ihm, das liegt vor allem an der Partei selbst.

Kommentare zu " Wahlchancen in Berlin: „Keiner weiß, wozu die CDU eigentlich da ist“"

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  • Frau Merkel sagt wir haben einen stabilen Euro .
    Betrachten sie doch mal die Wertentwicklung unserer Währungen ausserhalb Europas . Die Schuldenkrise in Europa hat sich mit dem Werteverfall des Euros immer weiter verschärft . Die Einkommen in Europa haben keinen Wert in Ländern wie in Südamerika , Australien , Neuseeland , Kanada usw .

  • Die Merkel-CDU hat sich eindeutig links von Schröder-SPD positioniert. Damit haben die CDU Wähler keine Option mehr. Eine Korrektur ist nicht in Sicht und von Merkel kann man dies auch nicht erwarten. Wer und wie kann man die CDU retten?

  • Der Berliner SPD-Inhalt heisst Party machen und HARTZ4 beziehen. Dafür steht Berlin doch und Herr Wowereit.

    Gay-day feiern und abzocken vom Länder-Finanzausgleich, das findet Wowi klasse !! Griechenland lässt Berlin grüßen.

    Parasitär.

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