Wahlen in Hamburg
Beratungen nach dem Triumph

Historisches Comeback für die SPD in Hamburg - die absolute Mehrheit der Mandate ist ihr nach Hochrechnungen sicher. Die CDU wird in der Hansestadt halbiert und erlebt ein Debakel. Die FDP meldet sich zurück.
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HamburgAm Tag nach der Wahl in Hamburg richten Sieger und Verlierer den Blick nach vorn.

Nach dem SPD-Sieg bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg kommen Montag in der Hansestadt und in Berlin die wichtigsten Parteigremien zur Analyse des Wahlergebnisses zusammen. Als erstes trifft sich in der Bundeshauptstadt das CDU-Präsidium, um über die verheerende Wahlniederlage zu beraten. Danach kommt die SPD-Spitze zusammen.

Mit dabei ist auch der Wahlsieger und künftige Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz. Zum Auftakt des Wahljahres 2011 hatte die SPD in Hamburg am Sonntag bei der vorgezogenen Bürgerschaftswahl die absolute Mehrheit der Mandate errungen. Die Sozialdemokraten kamen nach dem vorläufigen Endergebnis auf 48,3 Prozent der Stimmen und auf 62 der 121 Sitze.

Die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft (SPD), sprach von einem „hervorragender Auftakt für das Superwahljahr 2011“. Die CDU habe hingegen ein wahres Desaster erlebt und das Vertrauen der Menschen verspielt. Die CDU erreichte nur 21,9 Prozent und damit das schwächste Wahlergebnis seit Kriegsende in Hamburg. Schon in wenigen Wochen muss die CDU von Kanzlerin Angela Merkel in Sachsen-Anhalt (20. März), Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz (27. März) weitere wichtige Landtagswahlen bestehen.

Die Grünen konnten nach dem amtlichen Ergebnis leicht zulegen, werden aber zum Regieren aller Voraussicht nach nicht gebraucht. Auch FDP und Linke sind in der Bürgerschaft vertreten. Damit können die Liberalen nach miserablen Umfragen im Vorjahr für die kommenden Wahlen Hoffnung schöpfen. Erstmals seit 1993 sitzt die FDP in allen 16 Landtagen.

Nach dem Einzug der Liberalen in die Hamburger Bürgerschaft sieht Schleswig-Holsteins FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki die Personaldebatte in der Partei auf absehbare Zeit beendet. „Die FDP hat gezeigt, dass sie mit einer sozial-liberalen Option an Bedeutung und Gewicht gewinnt“, sagte Kubicki der „Leipziger Volkszeitung“ (Montagausgabe).

Der FDP-Politiker hatte vor einigen Wochen den parteiinternen Aufstand gegen den politischen Kurs von Liberalen-Chef Guido Westerwelle stimuliert und angeführt. Mit dem Ergebnis der Hamburger Wahl sehe er seine Mission für gelungen und vorerst für beendet an. „Mein Weckruf hat gewirkt. Seit Januar ist zu spüren, dass sich die FDP auf Bundesebene anders aufstellt“, sagte Kubicki.

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  • Das Eigentlich grüne Hamburg ist monogam rot geworden !
    Die grünen haben sich sicher mehr versprochen ,gerade in Hamburg.
    Es ist gut für Hamburg das die SPD für ihre Politik allein verantwortlich ist,die Traumschlösser der grünen sind vorerst auf Eis gelegt,und das ist gut so !!!
    Der SPD darf man dann auch jede Verantwortung zugestehen und Etwaige Wirtschafts und Finanzfehler in Rechnung stellen !!!
    Ein eindeutiges Ergebnis ist das beste Ergebnis !!!

  • @ missionpossible
    Ich bin großstadtgeprägter Konservativer und damit tolerant, pünklich, verläßlich, aber auch kritisch und fair.
    Schill und Westerwelle haben mir gezeigt, daß zu viel politischer Erfolg nicht unbedingt verkraftet wird.
    Bei Merkel war ich von Anfang an der Überzeugung, daß sie für Deutschland kein Erfolgskonzept verfolgen kann.
    Bei Guttenberg war ich zwar skeptisch; habe ihn aber noch bei seiner PR-Kundustour verteidigt. Jetzt sehe in ihm nur noch einen Selbstdarstellungssüchtigen auf "Krücken" (Frau und Promotion).
    Die Berliner wären mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn sie Kühnast zum reg. Bürgermeister wählen.
    Die SPD lehne ich völlig ab, denn sie ist absolut unzuverlässig und hat mir zwei Mal unglaublichen Schaden zugefügt.
    Und die Linke? Die sehe ich wie Merkel! Die gesamte Linke und Merkel verscherbeln Deutschlands Interessen.
    So stehe ich zu den Konservativen, die diesen Wahlsonntag Zuhause blieben.
    Meine Sorge ist nicht so sehr ob das Wort Jasmin geblockt wird; meine Sorge ist, wann bei uns das Wort Freiheit geblockt wird.

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