Wahlen in Rheinland-Pfalz
Kanzlerin ruft zum Energiesparen auf

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich erstmals persönlich in den koalitionsinternen Streit über die Kernenergie eingeschaltet. Zu den Forderungen aus der Union nach einer Abkehr vom Atomausstieg äußerste sie sich skeptisch.

HB MAINZ. Es gebe zwar keine Zweifel, dass die Union den von Rot-Grün durchgesetzten Ausstieg aus der Atomenergie für falsch halte, sagte die CDU-Vorsitzende beim Wahlkampfauftakt ihrer Partei in Rheinland-Pfalz am Freitagabend in Mainz. „Aber wir brauchen für alles eine Mehrheit. Und deshalb muss man für alles argumentieren.“ Ob sie in der Diskussion in der Regierung auch darauf pochen werde, die Restlaufzeiten für die deutschen Kernkraftwerke zu verlängern, ließ sie offen.

Merkel rief eindringlich zum Energiesparen auf und richtete ihren Appell auch an die USA. „Eines Tages werden auch die Amerikaner verstehen, dass es Sinn macht, die Häuser gut zu isolieren und nicht alles zum Fenster herauszublasen.“ Merkel betonte die Bedeutung einer sicheren Energieversorgung in Deutschland: „Energie ist so etwas wie der Blutkreislauf einer Industriegesellschaft.“

Sie wolle in der großen Koalition die Debatte über die künftige Energieversorgung weiter auf der Tagesordnung halten und setze vor allem auf Einsparungen beim Verbrauch, erklärte sie.

In Deutschland könne viel mehr Energie eingespart werden. Durch die bessere Isolierung von Häusern könne diesbezüglich 80 Prozent der Energie eingespart werden. Entsprechende Produkte könnten ein Exportschlager werden.

Die CSU und mehrere Ministerpräsidenten der CDU hatten sich nach vorübergehenden Ausfällen bei Gaslieferungen aus Russland dafür ausgesprochen, die Laufzeiten deutscher Kernkraftwerke über die im Atomausstieg vorgesehenen Fristen hinaus zu verlängern. Die SPD und Regierungssprecher Thomas Steg haben diesen Forderungen eine klare Absage erteilt. Das Thema soll auch auf der Kabinettsklausur Anfang kommender Woche in Genshagen bei Berlin erörtert werden.

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