Wahljahr 2009
Das Superwahljahr der Berliner Krisenmanager

Wer kämpft am überzeugendsten gegen die Krise? An dieser Frage entscheiden sich die Stimmergebnisse. Gewählt wird im Bund, in Europa, in vielen Ländern und Gemeinden, auch der Bundespräsident ist dran. Eines steht bei all den Wahlen dennoch jetzt schon fest: Im Wahljahr 2009 ist für Unsicherheit und somit ausreichend Spannung gesorgt.

BERLIN. Eigentlich beginnt das Superwahljahr 2009 schon am 5. Januar. An diesem Tag gibt zwar niemand einen Stimmzettel ab. Aber die Große Koalition will dann beraten, ob sie ihr Konjunkturpaket noch einmal aufschnürt oder nicht.

Was das mit den Wahlen zu tun hat? Sehr viel, denn der Erfolg der Parteien 2009 wird unmittelbar davon abhängen, wer im Jahr der Wirtschaftskrise die beste Antwort auf den Abschwung findet. Im Angesicht "einer dramatischen Krise der internationalen Finanzmärkte" wird 2009 "ein Jahr der schlechten Nachrichten" werden - auf diese Melodie in Moll hat Bundeskanzlerin Angela Merkel uns ja schon unmissverständlich eingestimmt.

Mehr denn je gilt deshalb für die Serie der Wahlentscheidungen im neuen Jahr der Klassiker aus dem Zitatenschatz der US-Kampagnen: "It?s the economy, stupid" - es kommt auf die Wirtschaft an, Dummkopf!

Bis zum Herbst 2008 lief es zumindest in der Realwirtschaft in Deutschland ganz ordentlich, aber das wird der Kanzlerin und ihrem Herausforderer Frank-Walter Steinmeier bei der Bundestagswahl im kommenden Herbst wenig nutzen.

Nach allen Untersuchungen der Demoskopen und Wahlforscher nämlich lassen sich die Bürger in der Wahlkabine kaum davon leiten, ob die Bundesregierung das Land in den vorangegangenen Aufschwungjahren gut oder eher mäßig geführt hat. Die Wähler blicken in der Regel nicht zurück. Ihre Stimme für eine Partei stellt deshalb auch keine Belohnung für gute Politik dar, sondern ist eher eine Art Vertrauensvorschuss.

Mit Wahlentscheidungen verhält es sich im Prinzip wie mit Aktienkäufen: Man investiert vor allem in die Zukunft, also in die Erwartung, dass ein Unternehmen sich gut entwickeln wird oder dass ein Politiker die richtigen Entscheidungen treffen wird. In Krisenzeiten verdichtet sich deshalb alles auf die Frage: Kann die Kanzlerin Deutschland aus dem Tal der Tränen führen, oder traut man diese Aufgabe eher anderen Politikern zu?

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