Wahlkampf-Endspurt

Piraten drängen FDP von Berlins Straßen - und aus dem Parlament

Die Piratenpartei hat im Gegensatz zur FDP in Berlin beste Aussichten am Sonntag ins Landesparlament einzuziehen. Wie es dazu kommen konnte, erklärt Spitzenkandidat Martin Delius im Interview mit Handelsblatt Online.
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Wahlplakat der Piratenpartei. Quelle: dpa

Wahlplakat der Piratenpartei.

(Foto: dpa)

Handelsblatt Online: Herr Delius, wie erklären Sie sich den großen Zulauf für die Piraten?

Martin Delius: Unser Timing ist gut. Wir haben viel Zulauf, seit die Plakatkampagne läuft und wir haben offensichtlich mit unseren Sprüchen und Fragen, die wir aufgeworfen haben, den Nerv getroffen. Das hat die Menschen neugierig gemacht. Sie haben angefangen unser Wahlprogramm zu lesen und sich damit auseinanderzusetzen. Unser größtes Wählerpotenzial liegt bei denen, die uns noch nicht kennen.

Wie ist das Feedback an den Wahlständen?

Wir erleben da auch ganz skurrile Situationen. Menschen, die über Twitter mitbekommen, wo wir grade eine Wahl-Aktion machen, besuchen uns. Dann greifen sie sich einen Flyer mit unserem Programm ab, verschwinden wieder, kommen nach einer halben Stunde zurück und haben dann ganz konkrete Fragen zu dem, was wir machen und vorhaben. Es sind sehr aktive Bürger, die sich für die Piraten interessieren.

Profitiert die Partei denn auch in Form von Beitritten?

Wir haben in Berlin zunächst eine relative gleichbleibende Mitgliederzahl von etwa 900 gehabt, jetzt sind wir deutlich über 1000. Fast wöchentlich treten bei uns neue Mitglieder ein. Wir stehen vor einem exponentiellen Wachstum.

Sie sehen sich als Bürgerrechtspartei, die FDP tut das, nur nicht so erfolgreich - warum?

Die FDP hat ihre Glaubwürdigkeit verloren, grade im Hinblick Vorratsdatenspeicherung, Arbeitnehmerschutz beim Anlegen von Datenbanken. Und auch der Einsatz für Bürgerrechte ist bei den Liberalen in den Hintergrund getreten zu Gunsten einer neoliberalen Politik. Wir sind die Partei, die wegen dieser Themen, mit der man immer die FDP identifiziert hat, entstanden ist. Wir tun auch aktiv etwas dagegen - und das ist offensichtlich glaubwürdiger.

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  • Versteh ich nicht, Herr Ranseier. Wen und was genau meinen Sie? Könnten Sie das bitte mal ausführen?

  • "Die chaotische, mit ihrem Recht auf grenzenlose Freiheit selbst für Schwerstverbrecher eintretende Piratenpartei..."

    Andere Parteien heben solche Personen in öffentliche Ämter oder vergöttern diese weil sie einen Schwur geleistet haben.

    "Bürgerrechte, Freiheit und Demokratie sehen anders aus."
    In der Tat.

  • As I said ... Randale ist alles

  • Die chaotische, mit ihrem Recht auf grenzenlose Freiheit selbst für Schwerstverbrecher eintretende Piratenpartei als Hort für Bürrechte, Freiheit und Demokratie zu bezeichnen, ist schon mehr als kühn. Und Menschen, die eben da ihre Zweifel haben, die Auswanderung nahezulegen, zeigt wes Geistes Kind ihre Anhänger sind. Das erinnert an die Zeit der Studentenbewegung, als man Systemkritikern der damaligen Bundesrepublik nahelegte, in die DDR auszuwandern. Bürgerrechte, Freiheit und Demokratie sehen anders aus.

  • Der Wähler sollte vie mehr die kleineren Parteien wählen denn nur die sind in der Lage den großen sogenannten Volksparteien kräftig in den A.r.s.c.h. zu treten damit diese wissen das Volk hat die Macht und nicht irgendeine Partei die zu dämlich ist eine vernünftige Politik zu betreiben wie es zur Zeit in Berlin mit Merkel,Westerwelle und Kindergartenvorstand Rössler von statten geht.

  • Sie bezeichnen Bürgerrechte, Freiheit und Demokratie also als dumm.
    In diesem Fall möchte ich Ihnen das Auswandern nach Nordkorea, Iran oder nach China nahe legen.

  • Man kann sich sein Volk nicht aussuchen. Nicht die Politik, ist am Desaster Schuld. Es sind die naiven Wähler, die sie legitimieren. Wer hat den die FDP gewählt? Und jetzt also die Freiheit. Vom Regen in die Traufe. Rechtsradikales Gedankengut bürgerlich Verpackt. Und hinterher will es wieder niemand gewesen sein.

  • @atinak: Das ist doch hanebüchener Unsinn. Sie sollten ihre Texte selbst lesen, bevor sie sie veröffentlichen. Benutzer "nil" hat bereits alles dazu gesagt.

  • ... na dann wählen SIe weiterhin die SPD oder CDu. SIe sehen ja gerade, in was es endet: in purem Lobbyismus und das Volk wird zur immer mehr überwachten Arbeitsdrohne deklassiert.

  • Ich habe gerade mal das "Wahlprogramm" der Freiheit an mir vorbeiziehen lassen - die wollen den totalen Überwachungsstaat - ein wirklich freiheitliches Programm.

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