Wahlkampf „Herr Schulz ist kein Underdog, der aus dem Wald kommt“

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz beflügelt die Genossen. CDU-Chefin Angela Merkel gibt sich nach außen betont gelassen – dafür schießt Finanzminister Schäuble erste Giftpfeile. Und vergleicht Schulz mit Donald Trump.
Update: 10.02.2017 - 14:36 Uhr 12 Kommentare
Wolfgang Schäuble (CDU) rät dem SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz „mal ein bisschen nachdenken“ Quelle: dpa
Wolfgang Schäuble

Wolfgang Schäuble (CDU) rät dem SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz „mal ein bisschen nachdenken“

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BerlinBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht Gemeinsamkeiten zwischen SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz und US-Präsident Donald Trump. „Wenn Schulz seine Unterstützer 'Make Europe great again' rufen lässt, dann ist das fast wortwörtlich Trump“, sagte Schäuble dem „Spiegel“. Die Art, wie Schulz eine vermeintliche Spaltung der Gesellschaft beschwöre, folge der postfaktischen Methode des US-Wahlkampfs.

Es würde Schulz gut tun, wenn er „mal ein bisschen nachdenken“ würde statt auf „Dampfplauderei“ zu setzen. „In einer Zeit, in der weltweit die Versuchung durch den Populismus zugenommen hat, dürfen Politiker nicht so reden wie Herr Schulz“, meinte Schäuble.

Der SPD-Kanzlerkandidat sei auch kein glaubwürdiger Kämpfer gegen das Establishment. „Herr Schulz ist doch kein Underdog, der irgendwo aus dem Wald kommt“, sagte Schäuble. „Der Mann saß jahrzehntelang im Europäischen Parlament, zuletzt als Präsident. Wenn das kein Establishment ist, was denn dann?“

Führende SPD-Politiker griffen Schäuble daraufhin scharf an. In der CDU herrsche offensichtlich „Panik“, weil Umfragen-Liebling Schulz den Nerv der Bürger treffe: „Schäuble sinkt auf Trump-Niveau: unsachlich und hysterisch. Peinlich!“, schrieb SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann im Kurznachrichtendienst Twitter. SPD-Parteivize Ralf Stegner meinte, wenn Schäuble Schulz „mit dem großmäuligen US-Präsidentendarsteller“ Trump gleichsetze, „brennt es im Konrad-Adenauer-Haus lichterloh“.

Seitdem die SPD vor knapp zwei Wochen Schulz als Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl ausgerufen hat, gehen die Umfragewerte steil nach oben. In einer Forsa-Umfrage für „Stern“ und RTL legte die SPD auf 31 Prozent zu, die Union kam auf 34 Prozent. In einer Insa-Umfrage im Auftrag der „Bild“-Zeitung hatte die SPD die Union zuletzt sogar überholt (31 zu 30 Prozent).

  • dpa
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12 Kommentare zu "Wahlkampf: „Herr Schulz ist kein Underdog, der aus dem Wald kommt“"

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  • Kritik an Schulz ist legitim. Besonders dann, wenn sie von einem so besonnenen und zurückhaltenden Mann wie Schäuble kommt. Aber es fällt schon auf, in welch rüdem Ton Schäuble diesmal den politischen Gegner attackiert. Das wirft Fragen auf. Ist er wegen der Umfragewerte für Schulz nervös? Das wäre unangebracht! Oder will er von eigenen politischen Versäumnissen ablenken? Aber von welchen? Wer mit dem Finger auf andere zeigt, muss in Kauf nehmen, dass drei Finger auf ihn selbst gerichtet sind. Europäische Rettungspakete, Target-2-Salden und eine schier zügellose Geldpolitik: Das sind drei Symptome einer Euro-Politik, die auf Dauer den Sparer und den Steuerzahler um die Früchte seines Fleißes und Verzichtes zu betrügen droht. Schäuble hat das mitzuverantworten. Er war nie die treibende Kraft, im Gegenteil. Aber er hat am Ende diesen Kurs mitgetragen. Seine Aufgabe wäre es eigentlich, alles und wirklich alles dafür zu tun, um die Dinge in Ordnung zu bringen. Stattdessen scheint es, als ließe er die Dinge laufen. Vielleicht ahnt er, dass das Urteil der Geschichte über den Euro vernichtend ausfallen könnte. Und möglicherweise leidet er unter dieser Vorstellung. Trotzdem sollte er sich nicht zu einem zornigen alten Mann entwickeln, sondern mit neuer Leidenschaft für die Solidität im Euroraum und gegen die schleichende Enteignung der Sparer kämpfen!

  • Offensichtlich wirbelt die Nervosität ob des nicht mehr wegzudiskutierenden Umfrageerfolges von Martin Schulz jetzt schon den CDU-Vorstand durcheinander. Steigt doch jetzt nach Herbert Reul und Julia Klöckner das nächste Mitglied des CDU-Vorstandes in die Schlammschlacht gegen Martin Schulz ein. Ausgerechnet Schäuble: dieser "falsche Fuffziger" mit zwielichtiger Geldkoffer-Vergangenheit. Herrn Schulz populistische Trump-Methoden zu unterstellen, wie es jetzt der erbarmungswürdige Schäuble getan hat, oder AfD-Sprech, wie kürzlich Frau Klöckner dummdreist schwadronierte, ist nicht nur völlig daneben sondern auch eine infame Grenzverletzung: wann kommt die einmütige Unions-Parole: lock him up?
    Übrigens ist Scholz bisher neben Gabriel und Steinmeier der einzige hochrangige deutsche Politiker, der im Hinblick auf Trump Tacheles geredet hat, und nicht Merkel oder Schäuble oder ...
    Schäuble sollte besser weiter mit seinen Getreuen Strobl, Spahn u.a. an dem Putsch gegen Merkel arbeiten! Das hätte mehr Aussicht auf Erfolg!

    "... Die Kommentare anderer Leute:
    teils Verschwörer der übelsten Sorte,
    teils dumpfbackige, hirnlose Beute
    einer versponnenen, verbohrten Kohorte...."

    http://youtu.be/sBom50KrkBk

    Viel Spaß beim Anhören.

    PS: Und wenn Schäuble behauptet, den Deutschen ginge es noch nie so gut wie jetzt, so meint er doch sicher die unter der von ihm mit zu vertretenden Null-Zinspolitik der EZB leidenden Sparer, Rentner, Versicherungsnehmer oder generell die Alleinerziehenden, die Leih- oder Mindestlohnarbeiter in prekären Arbeitsverhältnissen, die Arbeitslosen, ....? Oder doch wieder nur die Erben von Familienunternehmen, die Superreichen, die Winterkorns, etc?

  • Beim Sparschweinchen im Waegelchen geht es ja um NICHTs mehr. Er kann labern, was er will. Das gleiche gilt fuer Schultz.

    Beide gehoeren der SED an. Und die hat auch ausgedient.

  • Herr Schulz, möchte die europäische Einigkeit beschwören und zwar, gegen Trump und alle, die Europa zerstören wollen, aus welchen Gründen, auch immer!
    Da hat, der "isch over"-Finanzminister, Herr Schäuble, wohl bewusst, etwas falsch verstanden.

  • @Herr Marc Hofmann
    und die Medien werden vom Leuchtturm übernommen und heißen dann auch so und werden von alten Weiblein mit leuchtenden Augen vorm Aldi verkauft.

  • Herr Schulz ist ein Populist der aus Brüssel kommt

  • Die sind allesamt nicht besser wie Trump, den kritisierenden Finanzminister hier eingeschlossen, sie sind nur anders. Sie unterscheiden sich nur in ihrer ideologischen Ausrichtung, nicht jedoch in ihrem Tun und in den Folgen für die Gesellschaft.-

  • Das Schulz ein Trump sein soll laut Schäuble , ist ja so als wenn man Schäuble einen raffinierten Steuerhinterzieher nennen würde. Zwar habe ich vor ein paar Tagen gesagt, Schulz müsste wie Trump auftreten und die SPD dann aber abkoppeln wie Trump seine Republikaner , aber die SPD hat ihn natürlich weiter am Haken.

    Aber der Wahlkampf nimmt immer mehr an Bedeutung ab, da Politiker nach der Wahl Gewählte nie anerkennen, wenn diese nicht zur Elite und Einheitsbrei gehören.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Herr Schulz verkauft sich doch als Tellerwäscher, der sich zum zukünftigen Diktator im Auftrag der Gutmenschenmaffia hochgewaschen hat. Der größte Trump war leider Merkel, als sie eigenmächtig per Selfie-Dekret die Schleusen für den Rest der Welt geöffnet hat. Ein übleres Dekret würde wohl auch Trump nicht über Twitter bringen.

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