Wahlkampf in Bayern
Merkel wettert gegen Ypsilanti

Es war der erste Auftritt von Kanzlerin Merkel im bayerischen Wahlkampf. Bei ihrer Schützenhilfe für die CSU musste sie nach geeigneten SPD-Attacken nicht lange suchen. Angriffsfläche bieten die Sozialdemokraten zurzeit genug. Vor allem eine Genossin nahm Merkel dabei ins Visier.

HB NEU ULM. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Zusammenarbeit der SPD mit der Linken kritisiert. Bei ihrem ersten Auftritt im bayerischen Wahlkampf attackierte die CDU-Vorsitzende am Donnerstag in Neu-Ulm „die Populisten von der Linken, mit denen sich die SPD leider immer wieder zusammentut“.

Der hessischen SPD-Chefin Andrea Ypsilanti warf sie unverfrorenen Wortbruch vor. Vor der Landtagswahl habe Ypsilanti eine Zusammenarbeit mit der Linken ausgeschlossen, aber „nach der Wahl: Alles vergessen!“ kritisierte Merkel und warnte vor Experimenten in Bayern: „Die CSU und Bayern, das ist eine Gemeinschaft.“

Die Fortsetzung der CSU-Regierung nach der Landtagswahl am 28. September wäre „eine Entscheidung auch für ein starkes Deutschland“. Bayern müsse „das Spitzenland“ und Erfolgsmodell der Republik bleiben, sagte Merkel unter dem Beifall von rund 2.000 Zuhörern, die trotz Regens auf die Landesgartenschau gekommen waren. Skeptikern rief sie zu: „Fahren Sie mal in andere Teile der Republik, dann sehen Sie, was Bayern geschafft hat.“

Bei Bildung, Forschung und Beschäftigung sei der Freistaat „unglaublich stark und stellt die Weichen für die Zukunft“. Auch mit dem schuldenfreien Haushalt ermögliche Bayern Zukunft, „der Bund muss erst noch dahin“, sagte die Kanzlerin. Flächendeckende, einheitliche Mindestlöhne, wie SPD und Linke sie fordern, lehnte Merkel entschieden ab: „Dann treiben sie Menschen wieder in die Arbeitslosigkeit.“ CDU und CSU stünden nicht für falsche Versprechungen und mehr Staat.

Den Streit der Schwesterparteien über die Pendlerpauschale sprach Merkel nicht an. Von der stellvertretenden CSU-Vorsitzenden Beate Merk wurde Merkel als „großartige Frau“ gelobt. Merk versprach jede Unterstützung der CSU, damit „unsere Bundeskanzlerin auch nach 2009 wieder Angela Merkel heißt“.

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