Wahlkampf in Deutschland
Bei SPD dreht sich alles um Schröder

In den verbleibenden viereinhalb Wochen bis zur Bundestagswahl setzt die SPD alles auf eine Karte - und die heißt Bundeskanzler Gerhard Schröder.

HB BERLIN. Der Technische Wahlkampfleiter der SPD, Kajo Wasserhövel, sagte Reuters-TV am Dienstag in Berlin, damit solle die Alternative zwischen Schröder und seiner Unions-Herausforderin Angela Merkel deutlich herausgearbeitet werden.

SPD-Chef Franz Müntefering schloss unterdessen erneut ein Zusammengehen mit der PDS kategorisch aus und ließ in einem Zeitungsinterview durchblicken, dass seine Partei lieber der Union das Kanzleramt überlassen wolle, als mit Hilfe der in Linkspartei umbenannten PDS wieder an die Regierung zu kommen. CDU-Generalsekretär Volker Kauder wertete dies als Eingeständnis der SPD, dass sie Schröder abgeschrieben habe.

Schröder hat in den jüngsten Umfragen in der Frage nach der Kanzlerpräferenz seinen Vorsprung auf Merkel ausgebaut, deren Partei trotz leichter Verluste aber unverändert weit vor der SPD liegt. Mit ihrem potenziellen Partner FDP liegen CDU und CSU knapp vor der rot-grünen Koalition und der Linkspartei, die in den meisten Umfragen an dritter Stelle in der Wählergunst liegt.

Wasserhövel sagte, dadurch, dass Schröder im Mittelpunkt der SPD-Kampagne stehe, "bekommt dieser Wahlkampf Schritt für Schritt Kontur und Klarheit und auch eine Fokussierung natürlich auch auf die Persönlichkeiten, die zur Wahl anstehen." Wer die Linkspartei wählen wolle, müssse wissen, dass er damit indirekt einen Beitrag zu einer Kanzlerin Merkel leiste. Die SPD konzentriere sich auf die Auseinandersetzung mit Union und der FDP. "Aber natürlich sprechen wir auch die vielen ungedeckten Schecks an, die im Programm der PDS drinstehen", sagte Wasserhövel.

Müntefering sagte in einem am Dienstag veröffentlichten Interview der "Rheinischen Post", es gebe mit der in Linkspartei umbenannten PDS keine Möglichkeit zur Zusammenarbeit und zur Koalition im Bund. Der bei der Linkspartei als Spitzenkandidat antretende frühere SPD-Vorsitzende Oskar Lafontaine werde auf keinen Fall Bundeskanzler. "Und alle wissen: Stimmen für die PDS sind weggeworfen, die werden nicht regieren - so oder so."

Müntefering sagte weiter, die PDS sei in Ostdeutschland schon immer stark gewesen und lege jetzt "mit ihren Hospitanten aus dem Westen" derzeit vor allem in den alten Bundesländern in Umfragen zu. Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen habe die SPD 50 000 Wähler an die mit der PDS verbündete Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) verloren. 290 000 frühere SPD-Wähler seien zur CDU gegangen. "Von denen, die sich aus Protest der CDU zugewandt haben, schaut eine Menge nochmal genauer hin. Diese können wir zurückgewinnen."

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